Zur Erinnerung: In Sarajevo wurden 1995  35 Menschen gettet bei einem
Bombeneinschlag, im gesamten Kosovo 1999  39 Menschen bis Kriegsbeginn, in
Deutschland pro Jahr ca. 50 Leute durch Polizeischsse).
31.05.99:           Bei einem NATO-Treffer in einem Altersheim in Surdulica,
                        rund 350 Kilometer sdlich von Belgrad, werden nach einem Bericht
                        des staatlichen jugoslawischen Rundfunks mindestens zehn Menschen
                        gettet.
30.05.99:           Vier NATO-Flugzeuge beschieen eine Brcke in der Nhe von
                        Varvarin in Mittelserbien. Nach Angaben der jugoslawischen
                        Nachtichtenagentur Tanjug werden elf Menschen gettet und vierzig
                        verletzt.
13.05.99:           84 Kosovo-Albaner werden bei einem nchtlichen
                        Streubombenangriff der NATO auf das Dorf Korisa bei Prizren im
                        Kosovo gettet. Die meisten der Opfer sind Kinder Frauen und Alte.
07.05.99: In der serbischen Stadt Nis werden nach Behrdenangaben
                        elf Menschen gettet und mindestens 60 verletzt, als mehrere Raketen
                        im Stadtzentrum einschlagen. Ein AP-Reporter, der in Nis von
                        serbischen Behrden zum Einschlagsort gefhrt wird, berichtet, eine
                        gesamte Strae nahe der Universitt sei zerstrt. Ein Gebude sei
                        ausgebrannt, Dutzende andere schwer beschdigt. In der Nhe des
                        Gemsemarktes liegen drei Menschen in ihrem Blut, die Krper sind
                        teilweise zur Unkenntlichkeit entstellt. Nato-Militrsprecher Walter
                        Jertz: "Wie immer gilt, da wir keine zivilen Ziele bombardieren".
                        Wie ein Sprecher im Hauptquartier der Allianz spter einrumt, sei
                        es sehr wahrscheinlich, da eine Streubombe der Nato die Explosionen
                        in dem Krankenhaus und auf dem Marktplatz verursacht habe.
03.05.99: Die NATO hat bei ihren Luftangriffen nach serbischen
                        Angaben einen fahrenden Autobus im Kosovo getroffen. Dabei seien 17
                        Menschen gettet worden, berichtet die Belgrader Nachrichtenagentur
                        Beta. 40 andere wurden den Angaben zufolge verletzt. Fernsehbilder
                        zeigen den schwer beschdigten Bus, mehrere Tote neben dem Fahrzeug
                        und den Abtransport von Opfern. Ein Reporter der franzsischen
                        Nachrichtenagentur AFP berichtet von elf zerfetzten Leichen. Der
                        Zwischenfall ereignet sich nahe der Stadt Pec im Sdwesten des
                        Kosovo auf einer Landstrae nach Montenegro. Ein
                        NATO-Militrsprecher in Brssel: "Wir knnen es nicht besttigen,
                        wir schlieen es nicht aus, wir arbeiten weiter an der Aufklrung"".
01.05.99: Die NATO bombardiert eine Brcke in Luzane im Kosovo rund
                        20 Kilometer nrdlich von Pristina, whrend ein Bus mit Zivilisten
                        darberfhrt. Serbischen Quellen zufolge sterben mindestens 60
                        Menschen, Belgrad spricht von einem "Massaker". Die NATO gibt die
                        Bombardierung am Tag darauf zu. Sie besttigt zunchst jedoch nicht
                        die Zahl der Todesopfer. Ein AFP-Korrespondent, der am Ort des
                        Geschehens ist, sieht 23 Leichen.
28.04.99: Die Allianz zielt auf eine Kaserne der jugoslawischen
                        Armee in der serbische Stadt Surdulica rund 250 Kilometer sdlich
                        von Belgrad. Die Angreifer verfehlen jedoch ihr Zahl und
                        bombardieren ein Wohngebiet. Nach serbischen Angaben sterben dabei
                        etwa 20 Zivilisten. Die NATO bekennt offiziell, da sie
                        mglicherweise "aus Versehen" den Tod von Zivilisten verschuldet
                        hat.
23.04.99: Bei der Bombardierung des Gebudes des serbischen
                        Staatsfernsehens in der Innenstadt Belgrads wurden mindestens zehn
                        Menschen gettet.

14.04.99: April Die NATO bombardiert Flchtlingskonvois in dem
                        Gebiet Djacovica im Sdwesten des Kosovo, wobei Belgrad zufolge 75
                        Zivilisten sterben. Die NATO gibt zu, zwei Konvois getroffen zu
                        haben, uert sich aber nicht zu mglichen Opfern. Der Angriff habe
                        Militrfahrzeugen gegolten, heit es. Es handelt sich um den bislang
                        folgenschwersten Zwischenfall von NATO-Seite, sowohl was die Zahl
                        der mutmalichen Opfer betrifft, als auch angesichts der Tatsache,
                        da es sich um Flchtlinge handelt, die sich von der NATO beschtzt
                        glaubten.

12.04.99: NATO-Raketen treffen auf einer Brcke in Grdelicka Klisura
                        im Sden Serbiens einen Zug. Laut Belgrad sterben dabei 55
                        Zivilisten. Der Oberkommandierende der NATO-Streitkrfte in Europa,
                        US-General Wesley Clark, spricht von einem "bedauerlichen"
                        Zwischenfall. Die beschossene Brcke sei eine der Versorgungslinien
                        fr die jugoslawischen Sicherheitskrfte und Militrs im Kosovo
                        gewesen, heit es.

09.04.99: April Die NATO besttigt den Beschu von Wohngebieten rund
                        um eine Telefonzentrale in der Kosovo-Provinzhauptstadt Pristina.
                        Sie rumt die Mglichkeit ziviler Opfer ein, aber weder die Allianz
                        noch die Serben nennen Zahlen.

05.04.99: April Eine lasergesteuerte 250-Kilo-Bombe schlgt in einem
                        Wohngebiet in der Stadt Aleksinac rund 200 Kilometer sdlich von
                        Belgrad ein und ttet nach jugoslawischen Angaben 17 Menschen.
                        Ursprnglich galt die Bombe Kasernen. Das
                        US-Verteidigungsministerium rumt tags darauf ein, da die von einer
                        US-Maschine abgefeuerte Bombe ihr Ziel verfehlt hat.

 Quelle:  http://www.refugees.net/kosovo/collateral.html 

Spter, nach Ende des Kosovo-Krieges, also seit dem Einmarsch der "KFOR" im Juni sind im Kosovo 286 Menschen ermordet worden. Zudem gab es seither 912 Flle von
Brandstiftungen und 965 Plnderungen.

Wieso wird in den hiesigen Kapitalisten-Medien fast nie von diesen Massakern berichtet,
dagegen vom angeblichen Sarajevo-Massaker, den Mauertoten, dem Ungarn-Putsch, dem Prager Puschversuch, den Toten vom Putschversuch des 17.Juni, dem Platz des Himmlischen Friedens laufend, jedes Jahr wieder und wieder ? Doppelte Moral und Desinformation. Die hiesigen kapitalistischen Parteien, Politiker und Massenmedien sollten erst mal vor der eigenen Tr kehren. Ansonsten sind Sie vllig unglaubwrdig.
ber die DDR wird ja hier auch immer noch gelogen, da sich die Balken biegen: z. B.
wird behauptet es htte bei uns Arbeitslosigkeit oder "versteckte" Arbeitslosigkeit ge-
geben, oder es wird behauptet, bei uns htte es Obdachlosigkeit gegeben oder die
Kirchen, Religionsausbung und Religionsunterricht wren verboten gewesen oder
die Umweltverschmutzung wre bei uns insgesamt grer gewesen (wieso sind dann
im gleichen Zeitraum in Westdeutschland mehr Tier- und Pflanzenarten ausgestorben und
bedroht ?).
Da kann man fast jeden Tag irgendwelchen Schwachsinn lesen oder hren, die
Geschichtsflschung geht weiter.
Als Staat wollte man uns nicht anerkennen, weil angeblich vom Grundgesetz untersagt
wurde und hat damit bewut die Ursache fr stark beschrnkte Reisefreiheit in westliche
Richtung geschaffen und aufrechterhalten, aber gegen andere Grundgesetzartikel darf problemlos verstoen
werden (indem man einen Krieg gegen Jugoslawien begann
und den Angriffskrieg gegen Afghanistan frdert):
Grundgesetzauszug:  Artikel 26 Verbot eines Angriffskrieges
(1) Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das  friedliche Zusammenleben der
Vlker zu stren, insbesondere die Fhrung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig.Sie
sind unter Strafe zu stellen.
Artikel 25: Vlkerrecht Bestandteil des Bundesrechtes
Strafgesetzbuchauszug: 80 Vorbereitung eines Angriffskrieges
Wer einen Angriffskrieg, an dem die Bundesrepublik Deutschland beteiligt sein soll,
vorbereitet und dadurch die Gefahr eines Krieges fr die Bundesrepublik Deutschland
herbeifhrt, wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe oder mit Freiheitsstrafe nicht unter zehn
Jahren bestraft.
Folgerung: Viele Parlamentarier aus SPD,CDU/CSU,FDP,Grne sowie die Regierung
haben aus unserem Land einen Unrechtsstaat gemacht.
Der grte Teil der offiziellen Berichterstattung ber den derzeitigen Angriffskrieg
gegen Afghanistan ist mit Sicherheit auch erlogen und geflscht.
"Sie suchen nach dem Splitter im Auge ihres Bruders und sehen nicht
den Balken in Ihrem eigenen Auge".

Deshalb noch einmal eine gekrzte Wiederholung des ARD-Berichts:
1.
Rudolf Scharping sagte am 27. Mrz 1999: "Wir wren ja auch niemals zu militrischen
Manahmen geschritten, wenn es nicht diese humanitre
Katastrophe im Kosovo gbe mit 250.000 Flchtlingen innerhalb
des Kosovo, weit ber 400.000 Flchtlingen insgesamt, und
einer zur Zeit nicht zhlbaren Zahl von Toten."
Dieser Aussage Scharpings werden die damaligen Erkenntnisse
der Organisation fr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa
(OSZE) entgegengehalten. Deren "Fazit fr den Mrz 1999: 39
Tote im gesamten Kosovo - bevor die NATO-Bomber kamen."
2.
Heinz Loquai, ehemaliger General der OSZE, der bereits in
Buchform Teile der Kriegspropaganda der Hardthhe -
insbesondere den sog. "Operationsplan Hufeisen", von dem
spter noch die Rede sein wird, Lgen strafte, sagt: "... eine
solche humanitre Katastrophe als vlkerrechtliche Kategorie,
die einen Kriegseintritt rechtfertigte, lag vor Kriegsbeginn im
Kosovo nicht vor."
3.
Norma Brown, eine US-Diplomatin im
Kosovo erklrt: "Bis zum Beginn der NATO-Luftangriffe gab es
keine humanitre Krise."
4. ("humanitre Katastrophe vor dem Kosovokrieg":)
in keinem einzigen Bericht der OSZE findet sich auch
nur ein Indiz fr eine drohende humanitre Katastrophe. Was die
internationalen Fachleute beobachteten, waren Situationen wie
diese: Rebellen der sogenannten Kosovo-Befreiungsarmee UCK
kmpften gegen regulre jugoslawische Truppen. Ein
Brgerkrieg - so die OSZE. Vor diesen Kmpfen flohen die
Dorfbewohner. Spter kehrten sie dann meist in ihre vllig
zerstrten Huser zurck.
5. (Informationsfreiheit in der BRD:)
Das Verteidigungsministerium weigert sich, irgend einen geheimen
Bericht, den es stets als Entscheidungsgrundlage angibt, zu
verffentlichen. In der ffentlichkeit sind Scharping, Schrder
und Fischer diesbezglich auf Tauchstation gegangen.
6. ("Stadion als KZ":)
Die Autoren haben Zeugen aus Pristina zu dem Vorwurf, dort
habe ein KZ existiert, befragt. Shaban Kelmendi, Augenzeuge
und kosovarischer - nicht serbischer - Politiker, dessen Haus
direkt am Stadion liegt und der whrend des Krieges Pristina
keinen Tag verlassen hat, sagt vor laufender Kamera: "Es hat
damals dort keinen einzigen Gefangenen oder eine Geisel
gegeben. Das Stadion hat immer nur als Landeplatz fr
Helikopter gedient."
7. ("Massaker von Rugovo":)
Als nchstes behandelt die Reportage Rugovo, ein kleines
Bauerndorf im sdlichen Kosovo. Dort sollen am 29. Januar
1999 "serbische Spezialpolizei" ein Massaker an unschuldigen
Zivilisten begangen haben. Massaker, wie sie "spter dann auch
im Fortgang nicht nur diese, sondern auch regelrechte Banden
freigelassener Strafgefangener und anderer" begangen haben,
ereiferte sich damals Scharping.
Zwei Monate nach dem angeblichen Massaker zeigte er in einer
Pressekonferenz die Bilder eines zerschossenen roten Kleinbus
und vieler Leichen von angeblich kosovo-albanischen Zivilisten,
nebeneinander liegend wie nach einer Massenhinrichtung.
"Deshalb fhren wir Krieg", titelte die Boulevard-Presse einen
Tag spter am 28. April 1999 und verffentlichte die Bilder
Scharpings. Der Bericht zitiert anschlieend aus dem geheimen
Lagebericht des Verteidigungsministeriums: "Verschlusssache -
nur fr den Dienstgebrauch. Am 29. Januar '99 wurden in
Rugovo bei einem Gefecht 24 Kosovo-Albaner und ein
serbischer Polizist gettet."
Fernsehbilder, aufgenommen von einem westlichen Kamerateam
unmittelbar nach den Ereignissen in Rugovo, belegen, dass es
sich bei den Toten von Rugovo hchstwahrscheinlich um
Soldaten der UCK handelt, bei ihnen wurden
UCK-Mitgliedsausweise gefunden, sie trugen zum Groteil
Uniformen und Militrstiefel, Maschinenpistolen lagen herum.
8. (Bericht des 1. OSZE-Beobachters:)
Scharping erklrt heute, dass er sich damals auf
"OSZE-Beobachter, die als erstes am Ort waren", sttzte. Die
Autoren lassen den ersten OSZE-Beobachter vor Ort zu Worte
kommen, den deutschen Polizeibeamten Henning Hensch. Der
erklrt, dass noch am Tage der ersten Verffentlichung, die er
selber auch gesehen hat in der Deutschen Welle, der
Verteidigungsminister von ihm "darber in Kenntnis gesetzt
worden ist, dass die Darstellung, die da abgelaufen ist, so nicht
gewesen ist." Vielmehr hat es sich dort tatschlich um ein
Gefecht gehandelt.
"... darber hinaus sind die Leichen, die der
Verteidigungsminister zeigen lie, dort von den serbischen
Sicherheitsbehrden und von mir und meinen beiden russischen
Kollegen abgelegt worden, weil wir sie von den verschiedenen
Fundorten oder Tatorten zusammengesammelt hatten."
9. ("Hufeisenplan":)
Wie ein Hufeisen sollten serbische Truppen albanische Zivilisten
umschlossen und sie aus dem Kosovo getrieben haben. Als
Beleg des "planmigen" Vorgehens der Serben druckte das
Verteidigungsministerium in einer eigens dazu herausgegebenen
Broschre ein Foto.
Minister Scharping behauptete, bereits vor
den NATO-Luftangriffen sei das gezeigte Dorf von den Serben
berfallen und in Brand gesetzt worden. Die Zivilbevlkerung
wurde "planmig" von hier vertrieben. "Doch die Datenzeile
weckt Zweifel, denn sie zeigt das Aufnahmedatum: April '99,
also erst nach Beginn der NATO-Luftangriffe, und schon
deshalb ist das, was in Randubrava, dem Dorf auf dem Foto,
geschah, kein Beweis fr den Hufeisenplan", schlieen die
Autoren Jo Angerer und Mathias Werth.
Augenzeugen aus Randubrava schildern das tatschliche
Schicksal des Dorfes. Augenzeuge Shaip Rexhepi berichtet: "Die
Bewohner haben das Dorf am 25. Mrz nach den Luftangriffen
der NATO verlassen. Abends gegen zwanzig Uhr haben wir den
Befehl von der UCK erhalten, die Bevlkerung zu evakuieren.
Am 26. Mrz hat es keine Dorfbewohner mehr hier gegeben, wir
hatten sie alle in das Dorf Mamush gebracht. 
  

Es begann mit einer Lge"

ARD-Fernsehreportage widerlegt Propaganda whrend des Balkankrieges

Von Dietmar Henning
23. Februar 2001

Die deutsche Regierung hat sich der Erdichtung und
Manipulation von Fakten bedient, um die Beteiligung der
Bundeswehr am NATO-Krieg gegen Jugoslawien vor knapp
zwei Jahren gegen den Widerstand der Bevlkerung
durchzusetzen. Dies beweist die Reportage von Jo Angerer und
Mathias Werth "Es begann mit einer Lge".

Der Filmbeitrag wurde erstmals am 8. Februar in der ARD
gesendet und lste ein breite Debatte in Deutschland aus. Am
16. Februar war die Sendung Gegenstand einer Aktuellen Stunde
des Bundestages. Am gleichen Tag dokumentierte die
Frankfurter Rundschau das Textmanuskript in einer leicht
gekrzten Fassung und am 19. Februar wurde die Sendung im
Dritten Programm des WDR inklusive einer anschlieenden
Live-Diskussion mit Politikern, Journalisten, Generlen und dem
Autor Mathias Werth wiederholt.

Schritt fr Schritt halten die beiden Autoren den Aussagen von
Bundeskanzler Gerhard Schrder, Verteidigungsminister Rudolf
Scharping (beide SPD) sowie Joseph Fischer (Grne) ihre sehr
gewissenhaften Recherchen gegenber.

"Die NATO sagt, sie habe die Bomben geworfen, um das Leben
der Kosovo-Albaner zu schtzen - vor den Serben", heit es in
dem TV-Beitrag. Dies war das Hauptargument der
Bundesregierung fr den ersten Kriegseinsatz deutscher Armeen
seit dem Zweiten Weltkrieg, mehr als 50 Jahre nachdem Hitlers
Armeen den Balkan verwsteten. Rudolf Scharping sagte am 27.
Mrz 1999: "Wir wren ja auch niemals zu militrischen
Manahmen geschritten, wenn es nicht diese humanitre
Katastrophe im Kosovo gbe mit 250.000 Flchtlingen innerhalb
des Kosovo, weit ber 400.000 Flchtlingen insgesamt, und
einer zur Zeit nicht zhlbaren Zahl von Toten."

Dieser Aussage Scharpings werden die damaligen Erkenntnisse
der Organisation fr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa
(OSZE) entgegengehalten. Deren "Fazit fr den Mrz 1999: 39
Tote im gesamten Kosovo - bevor die NATO-Bomber kamen."
Heinz Loquai, ehemaliger General der OSZE, der bereits in
Buchform Teile der Kriegspropaganda der Hardthhe -
insbesondere den sog. "Operationsplan Hufeisen", von dem
spter noch die Rede sein wird, Lgen strafte, sagt: "... eine
solche humanitre Katastrophe als vlkerrechtliche Kategorie,
die einen Kriegseintritt rechtfertigte, lag vor Kriegsbeginn im
Kosovo nicht vor." Und Norma Brown, eine US-Diplomatin im
Kosovo erklrt: "Bis zum Beginn der NATO-Luftangriffe gab es
keine humanitre Krise."

Die Autoren schlieen: "Ein eindeutiges Urteil! Gewalt im
Kosovo - in keinem einzigen Bericht der OSZE findet sich auch
nur ein Indiz fr eine drohende humanitre Katastrophe. Was die
internationalen Fachleute beobachteten, waren Situationen wie
diese: Rebellen der sogenannten Kosovo-Befreiungsarmee UCK
kmpften gegen regulre jugoslawische Truppen. Ein
Brgerkrieg - so die OSZE. Vor diesen Kmpfen flohen die
Dorfbewohner. Spter kehrten sie dann meist in ihre vllig
zerstrten Huser zurck."

Ein Zitat aus den geheimen Lageberichten des
Verteidigungsministeriums untermauert dies: "In den
vergangenen Tagen kam es zu keinen greren bewaffneten
Auseinandersetzungen zwischen serbisch-jugoslawischen Krften
und der UCK... Die serbischen Sicherheitskrfte beschrnken
ihre Aktionen in jngster Zeit auf Routineeinstze wie
Kontrollen, Streifenttigkeit, Suche nach Waffenlagern und
berwachung wichtiger Verbindungsstraen."

Um aber die humane Katastrophe, die Grueltaten der Serben an
den Kosovaren, der deutschen Bevlkerung glaubhaft zu
machen, wurden alle Register der Propaganda gezogen. Die
Fernsehautoren entziehen jedoch den krassesten Berichten
Scharpings den Boden der Wahrheit.

Zunchst untersuchen sie die Behauptung, die Serben htten im
Fuballstadion von Pristina, der Hauptstadt des Kosovo, damals,
vor zwei Jahren, ein KZ fr Kosovo-Albaner betrieben - ganz
nach Nazi-Manier. Rudolf Scharping wiederholte dies im April
1999 immer wieder in der ffentlichkeit.

Noch in seinem spteren Kriegstagebuch ber den
NATO-Einsatz im Kosovo berichtet Rudolf Scharping von
mehreren Tausend Leuten, die hier interniert gewesen seien.
"Und der deutsche Auenminister Joschka Fischer bemhte
sogar mehrfach den Vergleich zwischen Serben und Nazis und
rief zum Krieg mit den Worten: ,Nie wieder Auschwitz!' Bis
heute bleiben Joschka Fischer und Rudolf Scharping bei ihrer
Darstellung."

Danach gefragt, woher seine Informationen stammten, relativiert
Scharping heute ein wenig seine Aussagen, bleibt aber dabei,
dass es sich dort um ein KZ gehandelt habe: "Aber die
Zeugenaussagen standen." Scharping und das
Verteidigungsministerium verraten weder an dieser noch an
anderer Stelle, wer diese Zeugen sind. Das
Verteidigungsministerium weigert sich, irgend einen geheimen
Bericht, den es stets als Entscheidungsgrundlage angibt, zu
verffentlichen. In der ffentlichkeit sind Scharping, Schrder
und Fischer diesbezglich auf Tauchstation gegangen. In der
Bundestagsdebatte waren 47 Abgeordnete anwesend, davon 20
der PDS und nicht ein einziger Minister. Die Teilnahme an der
Fernseh-Live-Diskussion ist Sprechern des Verteidigungs- oder
Auenministeriums von ihren Ministern untersagt worden.

Die Autoren haben Zeugen aus Pristina zu dem Vorwurf, dort
habe ein KZ existiert, befragt. Shaban Kelmendi, Augenzeuge
und kosovarischer - nicht serbischer - Politiker, dessen Haus
direkt am Stadion liegt und der whrend des Krieges Pristina
keinen Tag verlassen hat, sagt vor laufender Kamera: "Es hat
damals dort keinen einzigen Gefangenen oder eine Geisel
gegeben. Das Stadion hat immer nur als Landeplatz fr
Helikopter gedient."

Als nchstes behandelt die Reportage Rugovo, ein kleines
Bauerndorf im sdlichen Kosovo. Dort sollen am 29. Januar
1999 "serbische Spezialpolizei" ein Massaker an unschuldigen
Zivilisten begangen haben. Massaker, wie sie "spter dann auch
im Fortgang nicht nur diese, sondern auch regelrechte Banden
freigelassener Strafgefangener und anderer" begangen haben,
ereiferte sich damals Scharping.

Zwei Monate nach dem angeblichen Massaker zeigte er in einer
Pressekonferenz die Bilder eines zerschossenen roten Kleinbus
und vieler Leichen von angeblich kosovo-albanischen Zivilisten,
nebeneinander liegend wie nach einer Massenhinrichtung.
"Deshalb fhren wir Krieg", titelte die Boulevard-Presse einen
Tag spter am 28. April 1999 und verffentlichte die Bilder
Scharpings. Der Bericht zitiert anschlieend aus dem geheimen
Lagebericht des Verteidigungsministeriums: "Verschlusssache -
nur fr den Dienstgebrauch. Am 29. Januar '99 wurden in
Rugovo bei einem Gefecht 24 Kosovo-Albaner und ein
serbischer Polizist gettet."

Fernsehbilder, aufgenommen von einem westlichen Kamerateam
unmittelbar nach den Ereignissen in Rugovo, belegen, dass es
sich bei den Toten von Rugovo hchstwahrscheinlich um
Soldaten der UCK handelt, bei ihnen wurden
UCK-Mitgliedsausweise gefunden, sie trugen zum Groteil
Uniformen und Militrstiefel, Maschinenpistolen lagen herum.

Scharping erklrt heute, dass er sich damals auf
"OSZE-Beobachter, die als erstes am Ort waren", sttzte. Die
Autoren lassen den ersten OSZE-Beobachter vor Ort zu Worte
kommen, den deutschen Polizeibeamten Henning Hensch. Der
erklrt, dass noch am Tage der ersten Verffentlichung, die er
selber auch gesehen hat in der Deutschen Welle, der
Verteidigungsminister von ihm "darber in Kenntnis gesetzt
worden ist, dass die Darstellung, die da abgelaufen ist, so nicht
gewesen ist." Vielmehr hat es sich dort tatschlich um ein
Gefecht gehandelt.

"... darber hinaus sind die Leichen, die der
Verteidigungsminister zeigen lie, dort von den serbischen
Sicherheitsbehrden und von mir und meinen beiden russischen
Kollegen abgelegt worden, weil wir sie von den verschiedenen
Fundorten oder Tatorten zusammengesammelt hatten."

Doch alle erfundenen Gruel reichten nicht aus, um die Proteste
gegen die Bombardierung Jugoslawiens im Keim zu ersticken,
insbesondere, wenn Bilder der von der NATO sogenannten
"Kolateralschden" weltweit in die Wohnzimmer drangen. Jamie
Shea, damaliger NATO-Sprecher anerkannte dies: "Nach dem
Angriff auf den Flchtlingskonvoi bei Djakovica, dem ersten
,Unfall' des Krieges, fiel die ffentliche Zustimmung in vielen
Lndern, auch in Deutschland, um 20 bis 25 Punkte", berichtet
er den Fernsehautoren. "Wir mussten sechs Wochen hart
arbeiten, um die ffentliche Meinung zurckzugewinnen."
Milosevic habe den Fehler gemacht, die Flchtlinge aus dem
Kosovo nach Albanien und Mazedonien zu treiben. "An der
Grenze waren Fernsehteams, die das Leiden filmten. Und so
stellte sich die ffentliche Meinung wieder hinter die NATO."

In Deutschland gingen diese Manipulationen und Verdrehungen
noch weiter. Hier hie es: Von langer Hand htten die Serben die
Vertreibung dieser Menschen und die ethnische Suberung des
Kosovo geplant. Mord und Vertreibung im Kosovo erhielten
einen Namen: "Operationsplan Hufeisen".

Am 7. April 1999 kndigte Rudolf Scharping diesen an. "In klar
erkennbaren Abschnitten hat die jugoslawische Armee, die
jugoslawische Staatspolizei begonnen, in der Zeit von Oktober
[1998] bis zum Beginn der Verhandlungen in Rambouillet, die
Vorbereitungen fr die Vertreibung der Bevlkerung nicht nur zu
treffen, sondern diese Vertreibung auch schon begonnen. Er
zeigt im brigen sehr deutlich das systematische und ebenso
brutale wie mrderische Vorgehen, das seit Oktober 1998
geplant und seit Januar 1999 ins Werk gesetzt worden ist."

Wie ein Hufeisen sollten serbische Truppen albanische Zivilisten
umschlossen und sie aus dem Kosovo getrieben haben. Als
Beleg des "planmigen" Vorgehens der Serben druckte das
Verteidigungsministerium in einer eigens dazu herausgegebenen
Broschre ein Foto. Minister Scharping behauptete, bereits vor
den NATO-Luftangriffen sei das gezeigte Dorf von den Serben
berfallen und in Brand gesetzt worden. Die Zivilbevlkerung
wurde "planmig" von hier vertrieben. "Doch die Datenzeile
weckt Zweifel, denn sie zeigt das Aufnahmedatum: April '99,
also erst nach Beginn der NATO-Luftangriffe, und schon
deshalb ist das, was in Randubrava, dem Dorf auf dem Foto,
geschah, kein Beweis fr den Hufeisenplan", schlieen die
Autoren Jo Angerer und Mathias Werth.

Augenzeugen aus Randubrava schildern das tatschliche
Schicksal des Dorfes. Augenzeuge Shaip Rexhepi berichtet: "Die
Bewohner haben das Dorf am 25. Mrz nach den Luftangriffen
der NATO verlassen. Abends gegen zwanzig Uhr haben wir den
Befehl von der UCK erhalten, die Bevlkerung zu evakuieren.
Am 26. Mrz hat es keine Dorfbewohner mehr hier gegeben, wir
hatten sie alle in das Dorf Mamush gebracht. Dann erst
beschossen uns die Serben mit Granaten.

Wir waren UCK-Soldaten, wir haben uns verteidigt, aber es war
unmglich. Wir waren den Panzern und Kanonen gegenber
machtlos. Aber wir haben standgehalten so lange wir konnten.
Hier aus meinem Dorf waren wir 85 UCK-Soldaten, aber es gab
auch noch andere von auerhalb. Insgesamt waren wir hier 120
Soldaten von der vierten Kompanie der 129. Brigade der UCK."

Die "Verbrechen der Serben" in einem Dorf namens Sanhovici
sollten ein weiterer Beweis fr den "Hufeisenplan" sein. "Doch
auch dieses Foto entstand spter: im April '99, ebenfalls nach
Kriegsbeginn", wie der Fernsehzuschauer unschwer erkennen
kann. Die Redakteure waren im Dorf, das das Bild in der
Aufklrungsbroschre des Verteidigungsministeriums zeigt -
"allerdings heit der Ort nicht Sanhovici, sondern Petershtica".
Dort wollten die Serben die Huser auf eine besonders tckische
Art und Weise fr immer zerstren, so steht es in der Broschre
des Verteidigungsministeriums: "Zunchst stellt man [also die
Serben] eine brennende Kerze auf den Dachboden, und dann
ffnet man im Keller den Gashahn..."

In Petershtica erinnert man sich daran nicht. Fatmir Zymeri, ein
Augenzeuge berichtet, dass die auf dem Foto zu erkennenden
Zerstrungen alle schon im Juni 1998, ein halbes Jahr vor der
angeblichen Umsetzung des sogenannten Hufeisenplans,
stattfanden.

Und die Kerzen auf den Dachbden und dem Gashahn im
Keller, von denen Scharping berichtete?

Fatmir Zymeri sagt: "Nein, so gerieten die Huser in unserem
Dorf nicht in Brand. Das passierte auf unterschiedliche Art und
Weise, aber nicht so. Die wurden anders in Brand gesetzt. Die
Huser hatten durch Granatenbeschuss Feuer gefangen, diese
Flle gab es. Das geschah, als die Granaten ins Heu einschlugen,
auf die Zune und so. Auf gar keinen Fall aber durch solch eine
Methode mit den Kerzen."

Dass die Geschichte von Kerzen, die das Gas entznden sollten,
nicht nur eine Lge, sondern darber hinaus eine vllig abstruse
Idee ohne Hand und Fu ist, belegt das zu sehende Interview mit
Scharping, das es wert ist zitiert zu werden.

"Frage: ,Dieser letzte Ort, da war eine Bildunterschrift drunter,
dort stand, die Serben kommen in Drfer ffnen die Gashhne
in den Kellern und stellen eine brennende Kerze auf den
Dachboden. Es gibt Zweifel, dass diese Methode berhaupt
funktioniert.'

Rudolf Scharping: ,Welche Zweifel sind das denn?'

Frage: ,Wenn man in den Kellern den Gashahn aufdreht und
oben eine Kerze hinstellt, das funktioniert nicht!'

Rudolf Scharping: ,Ja?'

Frage: ,Nein, funktioniert technisch berhaupt nicht, weder
chemisch noch physisch noch berhaupt. Das wei eigentlich
jeder Oberbrandmeister. Es muss also eine Information sein, die
entweder von den Zeugen, die ihnen zugetragen worden ist,
nicht korrekt ist oder nicht geprft worden ist.'

Rudolf Scharping: ,Dann wrde ich Ihnen raten, diesen Test
noch einmal zu machen. Aber nicht mit einem Gashahn im
Keller, sondern mit einer Flasche.'

Frage: ,Ja, das ist das gleiche, das funktioniert beides nicht.'

Rudolf Scharping: ,Ja...?'

Gas ist nmlich schwerer als Luft."

In einer Neuauflage der Broschre vom Mai 1999 waren die
entlarvenden Text- und Datenzeilen des Bildes des Dorfes
Petershtica entfernt worden.

Heinz Loquai, der ehemalige OSZE-General besttigt die
Recherchen der beiden Fernsehautoren. Er habe im November
1998 ein Gesprch im Verteidigungsministerium gehabt: "Aber es
gab keinen ,Operationsplan Hufeisen', so jedenfalls die Fachleute
im Verteidigungsministerium."

Der Film zeigt nicht, weshalb Bomben auf Belgrad fielen, auch
wenn die beiden Autoren dies zu Beginn behaupten. In diesem
Krieg ging es um geopolitische Interessen, um weltpolitische
Macht, l und Gold. Willy Wimmer, verteidigungspolitischer
Sprecher der CDU, besttigte dies kurz, als er in der
Live-Diskussion nach der zweiten Ausstrahlung im WDR von
einer verteidigungspolitischen Konferenz in Bratislava berichtete,
an der er neben hochrangigen Vertretern aus Westeuropa, den
USA und den osteuropischen Staaten "vom Baltikum bis nach
Mazedonien" teilnahm. Ein amerikanischer
Verteidigungssprecher habe dort gesagt: "Wir haben den Krieg
gefhrt, weil wir den strategischen Fehler von Eisenhower
1943/44 rckgngig machen mssen."

Doch die Strke des Fernsehbeitrags ist, dass er
unmissverstndlich nachweist, dass die Bundesregierung unter
der Regierungsbeteiligung der Grnen, die zu einem nicht
geringen Teil in der pazifistischen Friedensbewegung aktiv
waren, den ersten Kriegseinsatz nach der Nazi-Herrschaft
durchgesetzt haben. Dazu haben sie eine Propagandamaschinerie
eingesetzt, die in Deutschland ebenfalls nach 1945 bis dato nicht
gesehen ward.

NATO-Sprecher Jamie Shea, der mehrmals in dem
Fernsehbeitrag zu Wort kommt, war und ist sich darber sehr
bewusst. "Die politischen Fhrer spielten nun die entscheidende
Rolle fr die ffentliche Meinung", erzhlt er selbstzufrieden und
grinsend. "Sie sind die demokratisch gewhlten Vertreter. Sie
wussten, welche Nachricht jeweils fr die ffentliche Meinung in
ihrem Land wichtig war. Rudolf Scharping machte wirklich einen
guten Job. Es ist ja auch nicht leicht, speziell in Deutschland, das
50 Jahre lang Verteidigung nur als Schutz des eigenen Landes
gekannt hatte, statt seine Soldaten weit weg zu schicken.
Psychologisch ist diese neue Definition von Sicherheitspolitik
nicht einfach. Nicht nur Minister Scharping, auch Kanzler
Schrder und Minister Fischer waren ein groartiges Beispiel fr
politische Fhrer, die nicht der ffentlichen Meinung hinterher
rennen, sondern diese zu formen verstehen.

Es stimmt mich optimistisch, dass die Deutschen das verstanden
haben. Und jenseits der sehr unerfreulichen
Begleiterscheinungen, der Kolalateralschden, der langen Dauer
der Luftangriffe, hielten sie Kurs. Wenn wir die ffentliche
Meinung in Deutschland verloren htten, dann htten wir sie im
ganzen Bndnis verloren."
 


   ...
                         Stichwort Srebenica: dort war von der UN unseligerweise eingegriffen worden,
                         dieser Ort als serbische Enklave wurde zu einer Schutzzone fr Kroaten erklrt -
                         eine Provokation fr die Serben. Als sie anrckten, gingen die UN-Schutztruppe
                         stiften, weil die Anforderung von Jagdbombern im brokratischen Gestrpp der
                         UN verschwanden. Bei den Truppen handelte es sich um bosnische Freischrler
                         der dortigen serbischen Bevlkerung, nicht um regulre Truppen Jugoslawiens.
                         Serbien hatte zu diesem Zeitpunkt nur Polizeitruppen, die nie in Bosnien
                         eingegriffen haben. Milosevic war 1994 serbischer Ministerprsident, der
                         jugoslawische Staatsprsident, dem die jugoslawischen Truppen unterstanden
                         (die nicht involviert waren) ist heute der kroatische Staatsprsident, den bislang
                         keiner angeklagt hat. Srebrenica hat Mladic zu verantworten, er stand in
                         keiner Befehlskette zu Milosevic.
                         Informiere Dich mal ber die damaligen Verhltnisse, bevor du so einen Unsinn
                        verbreitest.

                         Der Westen (die USA) hat im Kosovo schon 1996 eingegriffen, indem sie das
                         Personal stellte, um die UCK-Kmpfer fr terroristische Aktionen im Kosovo
                         auszubilden und auch auszursteten. In den Camps in Albanien waren zeitweise
                         an die 100 US-Amerikaner damit beschftigt (natrlich alles Zivilisten und nur aus
                         Spa an der Knallerei dort, im Privatleben waren sie dann wieder Marines). Der
                         Krieg im Kosovo wurde durch die USA durch diese Aktionen vorbereitet. Lese
                         doch einfach mal unabhngige Zeitungen des Auslands, statt die deutschen
                         Jubelpresse.

                         Und noch mal, der Krieg im Kosovo wurde durch die USA seit 1996 vorbereitet,
                         als der Bosnienkrieg mit Milosevics Hilfe 1996 in Dayton beendet wurde.
                         Dafr htte er fast den Nobelpreis gekriegt, vorgeschlagen war er.
                         Milosevic ist sicher ein "schlimmer Finger", er war ein Balkanfhrer mit einem
                         hnlichen Rechtsverstndnis wie Djindjic, aber ein Diktator wie Saddam Hussein
                         oder gar Adolf Hitler ist er nur in den kranken Gehirnen ...
 
 

Zum Hintergrund des Kosovo-Konflikts: 
http://wsws.org/de/1999/apr1999/ik2p-a01.shtml
(Auszug daraus:)
Welche Politik verfolgt also die NATO mit ihren Luftschlgen, Massakern und der Vertreibung ganzer
Volksgruppen im ehemaligen
Jugoslawien? Innerhalb der ehemaligen Republiken besteht die politische Fhrung gegenwrtig aus engen
Cliquen ex-stalinistischer
Brokraten, antikommunistischer Politiker und aufsteigender Kapitalisten, die den ethnischen Nationalismus und
Separatismus schren,
weil sie sich davon eine Vergrerung ihrer eigenen Macht und ihres eigenen Reichtums sowie eine
vorteilhaftere Beziehung zum
auslndischen Kapital versprechen. Was die auslndischen Mchte angeht, so verfolgt jede hinter dem
Deckmantel moralischer Posen
ihre eigenen Interessen auf dem Balkan. Der Wettlauf um konomischen, politischen und militrischen Einflu in
der Region ist
Bestandteil eines immer erbitterteren Kampfes der Imperialisten um die Vorherrschaft auf den Weltmrkten.

Washington verfolgt mit seiner Intervention vor allem das Ziel, seine Vormachtstellung innerhalb des
NATO-Bndnisses, das nach der
Auflsung des Warschauer Pakts seine Existenzberechtigung verloren hat, aufrechtzuerhalten. Nachdem der
amerikanische Kapitalismus
beim Vordringen in die neuen Mrkte im Osten hinter Deutschland zurckgefallen ist, versucht er seine
berlegenheit innerhalb der
NATO zu benutzen, um sich auch weiterhin den Zugriff auf die europischen Angelegenheiten zu sichern.
Auerdem haben die USA mit
der Entfesselung ihrer Bomber und Marschflugkrper gegen die bosnischen Serben den kleineren Nationen der
Welt zu verstehen
gegeben: So wird es jedem ergehen, der sich den Diktaten Amerikas widersetzt.

Die Militraktionen der USA werden von klaren geopolitischen berlegungen angeleitet. Ausgesprochen
wurden diese in einem
Dokument des Pentagon, das 1992 bekannt wurde. Es umreit die strategische Politik nach dem Zusammenbruch
der Sowjetunion und
erklrt es zum Hauptanliegen Washingtons, seine militrische Vorherrschaft aufrechtzuerhalten und den
Aufstieg potentieller Rivalen, sei
es auf globaler oder regionaler Ebene, zu verhindern. Als letztere nannte es auch die Gefahr eines vergrerten
serbischen Staates, der
sich mglicherweise mit Ruland verbnden knnte.

In einem Leitartikel zur Untersttzung von Clintons Bosnien-Intervention machte das Wall Street Journal keinen
Hehl aus diesen
strategischen Erwgungen. "Bosnien", schrieb es, "wird ganz richtig als Trainingslauf dafr angesehen, wie wir
reagieren, falls Ruland
ethnische Vorwnde zum Losschlagen gegen einen seiner Nachbarn benutzt - beispielsweise gegen eine
baltische Hafenstadt."
 

Die Rolle Deutschlands

Deutschland hat bereits lange vor Ausbruch der bewaffneten Kmpfe in der Jugoslawienkrise eine fhrende
Rolle gespielt. Nachdem sein
wirtschaftliches und politisches Gewicht durch die Wiedervereinigung gewachsen war, erkor es sich den Balkan
als die Arena, in der es
zum ersten Mal seit 50 Jahren wieder Weltpolitik betrieb. Es leistete den separatistischen Bewegungen, die in
Slowenien und Kroatien
entstanden, politische und wirtschaftliche Untersttzung und frderte die Unabhngigkeit dieser Zwergstaaten,
um sie wieder unter die
Fittiche des deutschen Imperialismus zu bringen.

Bosnien lieferte Deutschland den Vorwand zur Auerkraftsetzung der Verfassungsverbots fr Auslandseinstze
der Bundeswehr, womit
der pazifistische Schleier der Nachkriegsperiode fiel. Die Regierung unter Kanzler Helmut Kohl entsandte
Tornado-Kampfflugzeuge zur
Untersttzung der NATO-Luftschlge. Ihr erster Einsatz fiel auf den 56. Jahrestag des deutschen Blitzkrieges
gegen Polen.

Der franzsische und der britische Imperialismus kamen mit den beiden grten UN-Truppenkontingenten auf
den Balkan, um im
vereinigten Europa ihre eigene Militrmacht durchzusetzen. In beiden Lndern kam es innerhalb der
herrschenden Klasse zu heftigen
Zerwrfnissen darber, ob man sich Serbien oder Kroatien zuwenden solle. Beide beugen allerdings
Deutschlands wiederhergestellte
Strke mit Mitrauen und versuchen in Bosnien zu beweisen, da Europas militrische Probleme in ihren Hnden
gut aufgehoben sind.
Frankreich hat seinen "Friedenseinsatz" in Bosnien demonstrativ mit Atomwaffentests im Sdpazifik verbunden.

Ein Sprecher des Franzsischen Instituts fr internationale Beziehungen in Paris sprach krzlich die militrischen
berlegungen der
franzsischen Bourgeoisie offen aus. "Die franzsischen Nuklearwaffen", betonte er, "knnen viel dazu
beitragen, die Sicherheit
Deutschlands zu verstrken, wenn man sich nicht auf unbestimmte Zeit auf die Anwesenheit und die Garantien
der USA in Europa
verlassen kann." Gegen welche Bedrohung diese Nuklearwaffen bentigt werden, erklrte der Autor nicht. Sie
knnten auf Moskau, auf
Washington, auf Berlin oder auf alle drei zugleich gerichtet werden.

Schlielich zur Rolle Rulands. Nachdem sich die Regierung der kapitalistischen Restauration unter Boris Jelzin
der imperialistischen
Auenpolitik untergeordnet hat, sieht sie sich jetzt aus der Aufteilung des Balkans ausgeschlossen und durch
die Ausdehnung der NATO
bis an die Grenzen Rulands bedroht. Jelzin verurteilte die Bombenangriffe der NATO in Bosnien und warnte vor
der "Wiederkehr
zweier bewaffneter Lager, die gegeneinander Krieg fhren". Vertreter der amerikanischen Regierung taten diese
uerungen als blo
innenpolitisch motiviert ab. Doch ebenso gut knnte man die Entscheidung der USA zur Intervention mit
Clintons Wahlkampf von 1996
erklren. Solche Motive sind bestenfalls sekundr.

Ruland hat auf dem Balkan Jahrhunderte lang, sowohl vor als auch nach der Oktoberrevolution, eine
entscheidende Rolle gespielt.
Welches Schicksal Boris Jelzin auch ereilen mag, die Geschichte und die Geographie - der Ausgang aus dem
Schwarzen Meer ber die
Dardanellen, zum Beispiel - zwingen Ruland, seine Interessen in der Region auch weiterhin zu behaupten, und
sei es mit militrischen
Mitteln.

Die Konflikte, die mit der Auflsung Jugoslawiens einhergingen, haben die weltweiten Spannungen an die
Oberflche gebracht. Der
gegenwrtige Krieg kann sich, genau wie die Balkankriege vor mehr als achtzig Jahren, als Vorspiel eines
imperialistischen Weltkriegs
erweisen. Abermals wird die Welt, ausgehend vom Balkan, neu aufgeteilt.
 

Bosnien und Spanien

Zu ihrer zentralen Forderung machte die WRP die Aufhebung des UN-Waffenembargos gegen das ehemalige
Jugoslawien. In den letzten
Monaten hat sie versucht, den Bosnienkrieg mit dem Spanischen Brgerkrieg von 1936-1939 gleichzusetzen. Sie
verglich das offizielle
Verbot von Waffenlieferungen an Bosnien mit dem Nichteinmischungspakt, den die britische und die
franzsische Regierung 1936
unterzeichneten. In dem Artikel der Workers Press vom 12. August findet sich im Rahmen eines Angriffs auf den
britischen
Verteidigungsminister Michael Portillo ein beilufiger Hinweis auf Spanien. Die WRP warf Portillo vor, da er die
Krajina-Offensive eine
"ethnische Suberung" genannt hatte.

"Ironischerweise", schrieb die Workers Press, "htte Portillos Vater vielleicht nicht als Flchtling seine Heimat
verlassen mssen, wenn
die britische und die franzsische Regierung whrend des Brgerkriegs kein Waffenembargo gegen das
republikanische Spanien verhngt
htten."

Dieser Bemerkung - einem moralischen Appell an einen rechten Tory-Minister - liegen sehr reaktionre politische
Auffassungen
zugrunde. Der Versuch, den Spanischen Brgerkrieg mit dem Konflikt in Bosnien zu vergleichen, ist ein fauler
Trick. In Spanien war der
Krieg das Ergebnis eines Versuchs der Bourgeoisie, mit den Mitteln der faschistischen Reaktion eine
proletarische Revolution zu
unterdrcken. In Bosnien war der Krieg ein Ergebnis des Versuchs rivalisierender nationalistischer Cliquen,
durch das Schren von
Nationalismus und mit Hilfe imperialistischer Mchte Nachfolgestaaten aus dem zerfallenden jugoslawischen
Staat herauszuschneiden.

Es geht hier jedoch um mehr, als um eine irrige historische Analogie. Die WRP tut so, als sei die Niederlage der
spanischen Revolution
und der Triumph Francos in erster Linie auf fehlende Waffen aufgrund des Nichteinmischungspakts
zurckzufhren. Man sucht in den
Schriften Trotzkis vergeblich nach einer Aussage, die den faschistischen Sieg in Spanien darauf zurckfhren
wrde, da Grobritannien
und Frankreich die spanische republikanische Regierung nicht mit Waffen versorgten.

Dies war in Wirklichkeit die Linie, die damals das Kremlregime und seine Satelliten, die "kommunistischen"
Parteien rund um die Welt
vertraten. Sie erfllte zwei zusammenhngende Zwecke: erstens sollte sie vertuschen, da die Komintern und die
Kommunistische Partei
Spaniens die revolutionre Bewegung der spanischen Arbeiterklasse erwrgten; zweitens diente sie der
Auenpolitik des Kreml, die
damals ein "kollektives Sicherheitsabkommen" mit Grobritannien und Frankreich gegen Deutschland anstrebte.
Bis zum heutigen Tage
behaupten die Stalinisten und ihre Apologeten, da die britische und franzsische "Nichteinmischung" der
Hauptfaktor fr den Sieg
Francos gewesen sei.

Trotzki berschttete die Zentristen, die diese stalinistische Linie nachplapperten und Illusionen verbreiteten,
die "Demokratien" wrden
der spanischen Revolution zu Hilfe kommen, mit bitterem Hohn. Es war fr ihn selbstverstndlich, da der
britische und der franzsische
Imperialismus alles in ihrer Macht Stehende tun wrden, um fr den Sieg der spanischen Bourgeoisie und der
faschistischen Reaktion zu
sorgen. Die Vierte Internationale kmpfte nicht fr die Aufhebung des Waffenembargos, sondern gegen die
verrterische Politik der vom
Kreml betriebenen Volksfront. Durch ein Bndnis der Arbeiterparteien mit dem kapitalistischen Staat ordnete
diese Volksfront die
Arbeiterklasse der Bourgeoisie unter. Die Vierte Internationale kmpfte fr eine revolutionre Politik. Das
bedeutete, den Faschismus
durch die Mobilisierung der Arbeiterklasse fr den Sturz des kapitalistischen Staates und fr radikale soziale
Manahmen zu besiegen.
Die Schlsselfragen, betonte Trotzki, waren nicht die militrischen, sondern die politischen.

Die Bosnienkampagne der WRP hat niemals eine unabhngige Politik fr die Arbeiter des ehemaligen
Jugoslawien vertreten, noch
irgendwelche soziale Manahmen angestrebt. Vielmehr beharrt sie darauf, da die Arbeiterklasse vernichtet
worden und der
Klassenkampf eingestellt sei. Ihre Politik ist unkritische Untersttzung fr die brgerliche Regierung Bosniens;
gleichzeitig appelliert sie an
die imperialistischen "Demokratien", diese militrisch zu untersttzen.

Wenn die WRP sich auf Spanien beruft, dann zu einem ganz bestimmten politischen Zweck: sie versucht die
Volksfrontpolitik
wiederzubeleben, nur in noch niedertrchtigerer Form. Sie versucht, Untersttzung fr eine imperialistische
Intervention auf dem Balkan
zu mobilisieren und verbreitet die Illusion, da die britische Bourgeoisie - insbesondere ihre Vertreter in der
Labour Party - fr die Sache
der "Demokratie" gewonnen werden knne.
 

Alibis fr Tudjman

Besonders bel an der Haltung der WRP gegenber dem ehemaligen Jugoslawien ist ihre Sympathie fr den
rechten "starken Mann"
Kroatiens, Franjo Tudjman. In dem Artikel vom 12. August, in dem die kroatische Offensive gegen die Krajina
gefeiert wird, erklrte die
Workers Press, da "die meisten Bosnier (und viele Kroaten)" trotz ihrer "Dankbarkeit" fr die jngste
Vertreibung der Serben aus der
Krajina "dem kroatischen Prsidenten Tudjman nach wie vor nicht trauen". Nun, die Workers Press bemhte
sich, dieses Mitrauen zu
zerstreuen. Sie verwies auf einen Vorfall, der weltweit durch die Presse gegangen war: Auf die Frage nach seinen
Plnen fr Bosnien hin
hatte Tudjman in London auf die Rckseite einer Speisekarte eine Skizze gezeichnet, wie das Gebiet zwischen
seinem Regime und dem
serbischen unter Slobodan Milosevic aufgeteilt werden solle. "An der Bedeutung dieses Vorfalls", so die WRP,
"bestehen durchaus
Zweifel."

Wer Tudjmans politische Laufbahn verfolgt hat, drfte keine solchen Zweifel hegen. Er hat wiederholt seine
Untersttzung eines
"Grokroatiens" durch die Annexion bosnischen Gebiets erklrt. Selbst seine amerikanischen Schutzpatrone
beklagten, da sein
krankhafter Ha auf Moslems Washington die Durchsetzung seiner Lsung erschwerte. Die von Tudjman
geplante ethnische Aufteilung
ist in der Herzegowina de facto bereits Realitt. Dort haben kroatische Truppen und faschistische Milizen wie die
HOS und die Schwarze
Legion Serben und Moslems niedergemetzelt und vertrieben, um das ethnisch homogene Staatsgebilde
Herzeg-Bosna zu grnden. Die
Bewohner dieses offensichtlich bosnischen Gebiets verwenden die kroatische Whrung, befolgen die
kroatischen Gesetze und beteiligten
sich sogar an den jngsten Wahlen in Kroatien.

Die Workers Press fuhr fort: "Viel gefhrlicher fr Bosnien sind die Grenzen, die von den britischen und anderen
imperialistischen
Staatsmnnern in Genf auf die Landkarte gezeichnet wurden!... Hinter nationalistischen Gangstern wie Karadzic
und Milosevic sind die
grten Feinde des bosnischen Volkes (und letztlich der Kroaten und Serben) die Gromchte, denen es um die
Aufteilung des Balkans
geht."

Wohlgefallen erregten bei der WRP dagegen jene Karten, die in Washington und Bonn gezeichnet wurden - mit
Rckendeckung
kroatischer Offensiven, von NATO-Luftangriffen und US-Besatzungstruppen. Tudjman steht nicht auf der Liste
ihrer Feinde. Zu diesem
nationalistischen Gangster haben Slaughter und die WRP eine eigenartige Zuneigung gefat.

Tudjman ist vor allem aufgrund der grozgigen finanziellen Untersttzung rechtsgerichteter nationalistischer
Gruppen und der Ustascha
im Exil zum Prsidenten Kroatiens geworden. In seiner Wahlkampagne rief er zur "Vershnung" mit der Ustascha
und zur Befreiung
Kroatiens vom sogenannten "Jasenovac-Komplex" auf. Jasenovac war ein Konzentrationslager, das whrend
des Zweiten Weltkriegs
unter dem Regime von Ante Pavelic betrieben wurde. Es war das einzige in Europa, das nicht direkt von den
Nazis gefhrt wurde. Mehr
als 700.000 Serben und 30.000 Juden wurden dort von kroatischen Faschisten ermordet. Tudjman bezeichnete
das Ustascha-Regime als
"Ausdruck der historischen Bestrebungen des kroatischen Volkes".

Ebensogut htte ein Kandidat in Deutschland mit dem Versprechen Wahlkampf machen knnen, die Deutschen
mit den positiven
Leistungen des Nazismus zu vershnen und sie von ihrem Komplex wegen Auschwitz zu befreien. Tudjman
stieg im Ansehen der
kroatischen Nationalistenkreise, weil er beharrlich behauptete, die Zahl der serbischen Todesopfer werde stark
bertrieben, in Jasenovac
seien "nur" 70.000 umgebracht worden. Ebenso leugnete er die Vernichtung von sechs Millionen Juden im Nazi-Holocaust; es seien "nur" 900.000 gewesen. 

 

Kriegsgehetz Und Volksgeschwtz

eine Anti Informationsschrift hin zur begriffenen Kommunikation

In letzter Zeit brodelt eine Begriffsinflation in den brgerlichen Medien, die die Hirne der Vernunftmenschen vernebelt. Sicherlich gehrt das Getse der Kriegspropaganda in Deutschland mit zu dem Verchtlichsten, was das Dudendeutschland in seiner neueren LeiDkultur je hervorgebracht hat - und hinter den Deportationen., KZ's, Flchtlingsstrmen, die politisch-medial in "Serbistan zur Sprache gebracht werden, verschwindet die Geschichte des Faschismus und Nationalsozialismus in gemtlicher Harmlosigkeit - aber hier geht es insbesondere um die Begrifflichkeit, mit denen nicht nur seit kurzem Main-Stream-Staat gemacht wird und mit denen auch die Kriegsgegner/innen konfrontiert werden:

Frieden ist ein Abstraktum, dem es an Substanz mangelt. Die gesellschaftliche Realitt ist schlielich davon gekennzeichnet, da ein Alltagskrieg des jeder gegen jeden im Kampf um die Futtertrge des abstrakten Reichtums stattfindet, bei denen viele auf der Strecke bleiben. Whrend die reichen Lnder unter der Last der berproduktion zugrunde gehen und in Milchseen ertrinken sowie unter Lebensmittelbergen ersticken, verhungern in den Armutsregionen dieser Welt immer mehr Menschen. Da die globale, kapitalakkumulierende Weltgesellschaft zu reich an produktiven Kapazitten ist, die sich nicht mehr gegen Geld austauschen knnen, verarmt sie gleichzeitig immer mehr. Bankrotte und Kapitalvernichtung sowie Kriege (auch eine Form der Kapitalvernichtung) gehren genauso zum Alltagsgeschft, wie da ganze Staaten auf der Weltmarktverliererkippe landen. Vergessen werden solche auch nicht, da seit der Beendigung des 2. Weltkrieges, also die Zeit, in der in Europa Frieden herrschte, weltweit mehr Menschen durch brgerliche Kriege bzw. Folgewirkungen von Kriegen umgekommen sind, wie im 1. und 2. Weltkrieg zusammen.

Daran sehen wir schon, da im Frieden mehr Menschen umkommen knnen, wie in Kriegszeiten. Oder was verstehen SIE, werter Zeit-Genosse unter Frieden?

ein Krieg, wie gegen Jugoslawien steckt als destruktive Potenz im Gesamtsystem: das Kapital mu sich mit Wucht neue Mrkte suchen, die alten neu aufteilen und die Giganten balgen sich dann um die Welthegemonie. Und so nebenbei dient der Krieg natrlich. auch dazu, um aus dem Schlamassel der berproduktionskrise herauszukommen. Vernichtet wird dabei auch berflssiges Menschenmaterial", das zum Bombenfutter und Versuchskaninchen fr die Rstungsindustrie gemacht wird. Dabei lassen sich nicht nur alte Waffen vernutzen, sondern auch neue testen und Militrstrategien proben.

Die NATO-Lnder knnen zeigen, wie friedensstiftend ihr Schulterschlu ist und die USA der Weltbevlkerung gegenber wieder einmal damit protzen, was sie als Weltpolizist taugt und wer die Fhrung in der NATO hat. Innenpolitisch kann der Gehorsam der Brgerinnen getestet werden und man kann mit dem Zwang zum Kriegfhren der arbeitenden Bevlkerung noch mehr an Lohnkrzungen und Sozialabbau zumuten. Die Schuld daran wird dann dem Kriegsgegner zugeschoben.

Der ideologische Zweck des Krieges mit dem Aufbau von Feindbildern dient insbesondere in Deutschland einem guten uni(n)formierendem Zweck: dem staatlichen heuchlerischen und militanten Anti- Faschismus., den Kriegsminister Scharping schon bei Besuch mit Bundeswehrsoldaten - in Ausschwitzt im Februar diesen Jahres zelebrierte. Insbesondere die Bundesregierung hat ganz arg damit zu tun, denn damit kann man den Bruch des Grundgesetztes und Verfassung legitimieren, endlich die eigene nationalsozialistische Vergangenheit bereinigen, die Bundeswehr heilig sprechen und im Zeitalter der Willkr und des Totalitarismus mit ihrem staatlichen Gewaltmonopol wieder schalten und walten, wie eh und je. Mit anderen Worten: der Militarismus ist heute die gesellschaftliche Norm, in der die BRD weder den USA noch Israel oder der Trkei hinterherhinken will und die Demokratie verliert mittels kriegerischer Mutproben ihre Gemtlichkeitsmaske.

das Recht ist ebenfalls ein Schein, der in seiner Idealitt als Gerechtigkeit. sptestens dann wie eine Seifenblase zerplatzt, wenn das Faustrecht des Strkeren und der Willkr hinter der Fassade heuchlerischer Hflichkeit hervorkommt. Den Knebel des Rechts, zu dem die Pflicht gehrt, seine Arbeitskraft verkaufen zu mssen, spren die Arbeitenden tagtglich in den Knochenmhlen der Produktion oder auch nach den Massenentlassungen, wenn sie sich in Zwischenlagern, wie Auffanggesellschaften oder in den Wartehallen des Arbeitsamtes wiederfinden. Es gehrt ja eigentlich mittlerweile zum banalen Allgemeinwissen, da die effektiveren und greren Kapitale die kleineren erschlagen und die wirtschaftlich strkeren Nationen die unproduktiveren dominieren. Dies auch in der UNO und NATO, sowie IWF und Weltbank. Sittlichkeit, Moral und Recht werden erst recht ber den Haufen gekippt, wenn die Krise einsetzt, es zu Kapitalstockungen und Pleiten kommt oder die Konkurrenz der Giganten in puncto Welthegemonie schrfere Mittel als Diplomatie und Politik verlangt. Dafr gibt es schlielich das Heer und die Rstung, die man extra dafr jahrelang grozgig gesponsort hat. Da Rechtsapostel, wie Gysi darber, da Recht gebrochen wurde, Krokodilstrnen vergieen ist ihr gutes Recht. Davon leben sie ja schlielich. Aber ist eine Massenschlchterei mit UNO-Mandat denn wirklich so viel besser, da wir dafr die PDS whlen und solche Redner, wie den Ex- Flottenadmiral Schmhling beklatschen sollen? Klar ist, da die kleinbrgerliche PDS, die lngst ihren Frieden mit dem Kapital geschlossen hat als Ordnungsfaktor des Linkspopulismus weiterhin vom Kapital gebraucht wird. Da es trotzdem unter ihnen auch integere Menschen gibt, steht auer Frage. Nur leider befinden sie sich in der falschen Partei. Darin sind sie, weil es noch keine wirkliche Organisation/Partei fr das menschliche Gemeinwesen gibt.

Humanitt/Humanismus ist eine hohle Phrase, so lange dem Menschen die Mittel vorenthalten werden, mittels denen er sich als Mensch entfalten knnte. So lange die Inhumanitt vorherrscht und das Dissoziale ber das Soziale triumphiert und so lange, wie die Vergangenheit ber die Gegenwart, das Tote ber das Lebendige dominiert, kann von wirklicher Humanitt, die den konkreten Menschen umfat nicht die Rede sein. Uns sollte bewut sein, da wir - trotz wissenschaftlich- technischer Revolution - nach wie vor in einer Diktatur der Kapitalanhufung und der Ware berleben. Und ist es nicht so, da gewhlte (die Politiker) und ungewhlte (die Wirtschaftsmchtigen bzw. die Herren ber die Produktionsmittel) bermenschen die Menschheit in Mitmenschen und UntermenschInnen aussortieren? Wirklicher Humanismus kann sich erst dann entfalten, wenn die vernetzten gesellschaftlichen Produzent/innen die Produktionsmitlel fr ihre direkte individuelle und gesellschaftliche Bedrfnisbefriedigung einsetzen. Die notwendige Voraussetzung dazu ist, da sie sie sich dafr aneignen.

mit Nation, Volk und Ethnie lt sich (Klein-)Staat machen, was im Zeitalter der Globalisierung in tiefster Regression jedoch immer lcherlicher wirkt. Was frher unter dem "Stich- Wort: Filetierung der Ostvlker in die Geschichte einging, heit heute: Befreiung der Ostvlker aus dem Vlkergefngnis. Da nicht alle sich vom deutschen Kapital befreien. lassen woll(t)en, wurde insbesondere bei den Jugoslawen zum Stein des Kriegs- Anstoes. Aufgeteilt in Volksfronten und ideologisch aufgehetzt, fr den eigenen Klein- Staat zu sterben, hat zu einem regressiven Rckfall ins Mittelalter gefhrt. Da auch groe Teile der kosovo- albanischen Bevlkerung diese nachholende Barbarisierung erleiden wollte, spricht keinesfalls fr diese Begriffe, sondern wir knnen daran eher erkennen, welch groen Potenzen an Masochismus an ihnen hngen. Freilich ist der jetzt einsetzende kmpferische Patriotismus in "Kernjugoslswien. gegen die weitere Filtetierubg und Abtrennung durchaus verstndlich, aber auf keinen Fall lebenswert. Wenn sich dann auch noch Heimatsehnschtelei mit Religisitt paart, ist der Weg in den Klerikalfaschismus und hin zur quasi heiligen Vaterlandsverteidigung - auch fernab des Mutterbodens - nicht mehr weit.

Es landet aber jeder. der keinen Begriff von den gesellschaftlichen Klassen hat beim Volk., einem Abstraktum, das zu einem weiteren Abstraktum fhrt: der Nation, die immer strker zu einem - von der Staatsmaschinerie dominierten - Menschengefngnis geworden ist, in dem der Mensch bzw. seine Arbeitskraft zunehmend zur Ausschuware geworden ist. Ethnopluralismus und Multi- Kulti gehren zu dieser Volks- und Staatsfrmmigkeit des Gutmenschen auf der Zirkulationsebene hinzu, der sich, ohne es zu wissen, um die Nation verdient macht. Und wer so denkt, dem werden dann auch die Kriege frei Haus mitgeliefert - denn sie gehren mit dazu.

Und um auch noch die Innenpolitik kurz zu thematisieren: Wer also seinen Frieden mit der Diktatur des Kapitals gemacht hat, solche sich auch nicht ber eine Militrdiktatur wundern.

Das Streben der Menschengattung und des Individuums nach Emanzipation und Verwirklichung seiner sozialen Bedrfnisse hat weder etwas mit diesen Begriffen, noch der Politik und den Interessen zu tun, die dahinterstecken! Die sozialisierte Arbeiter/innenschaft ist weder aufgeteilt in zersplitterte und verfeindete Vlker, noch hat sie ein Heimatland (was man schon daran sieht, da die lebendige Arbeitskraft immer dahin geht, wo sie sich verkaufen kann; ferner ist die Produktion heute global miteinander verflochten) sondern bildet den Kern der zuknftigen globalen Menschengemeinschaft, in der die Nation obsolet geworden ist.

Initiative menschliche Emanzipation, den 07.04.99


Kritisches Anti- Kriegs- Plenum:
Dienstags um 19.30 Uhr, EI Locco., Kreuzbergstr. 43 (Ubf. Yorckstr.),

 

 

Chronik eines angekuendigten
Vertreibungskrieges

das einzige was mir bei der zusammenstellung gefehlt hat, war das die nato 10 tonnen uran(munition) im kosovokrieg entsorgt hat, die eindeutig gegen die zivilbevlkerung (nicht nur der 'lebenden' 'serbischen' generation) eingesetzt wurde. aber ansonsten eine gelungene, kritische zusammenstellung

Chronik eines angekndigten Vertreibungskrieges

EIN JAHR DANACH - HINTERGRNDE EINES HUMANITREN UNTERNEHMENS

1998 lste das blutige Vorgehen serbischer Einheiten gegen die UK eine anhaltende Fluchtwelle aus. Durfte man darum von einem Vlkermord sprechen, der nur durch die Intervention des Westens aufgehalten werden konnte? Die Ergebnisse der Untersuchungen, die mittlerweile vor Ort durchgefhrt wurden, sprechen eine weniger eindeutige Sprache.

Zusammengestellt von SERGE HALIMI und DOMINIQUE VIDAL

WENN wir erst einmal die ganze Wahrheit kennen, wird sie, glaube ich, hrter sein, als wir ertragen knnen." Als der deutsche Auenminister Joschka Fischer diese prophetische Aussage macht, berlsst er sich dabei noch der Vorstellung, in Jugoslawien wte ein "ethnischer [Krieg] im Stil der dreiiger und vierziger Jahre" (Le Monde, 10. April 1999). Verteidigungsminister Rudolf Scharping spricht dagegen ohne Umschweife von einem "Vlkermord" (Le Monde, 3. April 1999). Prsident Clinton wiederum unterstellt dies nur als Intention, wenn er von "bewussten, auf systematischen Vlkermord zielenden Aktionen" spricht (zit. n. The New Statesman, 15. November 1999). Tony Blair setzt da noch zwei Adjektive drauf: "Schon jetzt kann ich Ihnen eines versprechen: Milosevic und sein abscheulicher rassistischer Genozid werden eine Niederlage erleben" (Zit. n. The Guardian, 28. Oktober 1999). Nach Ansicht von Lionel Jospin erfolgten daher die 78 Tage andauernden Bombenangriffe auf Jugoslawien "im Dienste des Rechts und im Namen der Freiheit und Gerechtigkeit" (Le Monde, 27. Mrz).

In den meisten groen Medien wurden diese Schlsselbegriffe weiter ausgeschmckt. Zaki Ladi (Le Nouvel Observateur, 9. April) assoziiert eine "Neuauflage von Schindlers Liste", und Franoise Giroud schreibt: "Slobodan Milosevic subert - jeder auf seine Weise, in Serbien stehen offenbar keine Gaskammern zur Verfgung" (Le Nouvel Observateur, 1. April). Indem Philippe Val im Charlie Hebdo vom 31. Mrz, ganz entgegen der libertren und pazifistischen satirischen Tradition seiner Zeitung, die Nato-Intervention verteidigt, entwickelt er folgende Argumentation: "Nehmen wir eine Zeitung und ersetzen darin das Wort "Kosovo-Albaner" durch "Jude". Milosevic Truppen organisieren Pogrome, zerstren Drfer, ermorden die jdischen Mnner und ntigen ihre Frauen und Kinder zur Flucht. Was sollen wir also tun? Intervenieren oder nicht intervenieren? Ja, ich spre bereits ein Schwanken, selbst bei den Pazifisten. Mit Ausnahme derer, die es mit Cline und Drieu La Rochelle halten, oder den Kommunisten, die treu zum Hitler-Stalin-Pakt stehen, sind sich alle einig, dass man dies einfach nicht zulassen darf."

Vlkermord?

ZU diesem Zeitpunkt sind die Nachrichten, die uns die westlichen Regierungen aus dem Kosovo bermitteln, in der Tat erschtternd. Ein Vertreter der US-Regierung vertraut der New York Times (4. April) an: "Es knnte fnfzig Srebrenicas geben" - das wren 350 000 Tote. Der Fernsehsender ABC zitiert einen anderen Regierungsvertreter mit den Worten: "Es knnten schon zehntausende junge Mnner exekutiert worden sein" (18. April). Das Auenministerium erklrt tags darauf: "500 000 Kosovo-Albaner werden vermisst, und es wird befrchtet, dass sie gettet wurden." Einen Monat spter spricht US-Verteidigungsminister William Cohen von 100 000 Verschwundenen, die womglich "umgebracht worden" seien (CBS, "Face the Nation", 16. Mai).

Das franzsische Fernsehen bernimmt diese Zahlen im Handumdrehen. So spricht etwa Jean-Pierre Pernaut (TF , 20. April) von 100 000 bis 500 000, die "gettet worden sein sollen", und fgt hinzu: "Das alles steht jedoch im Konjunktiv". Am nchsten Abend meldet derselbe Sender: "Laut Nato gelten 100 000 bis 500 000 Menschen als vermisst. In der Tat ist zu befrchten, dass sie von den Serben exekutiert wurden. Natrlich mssen diese Beschuldigungen erst noch bewiesen werden."

Auch das Radio bleibt den Hrern nichts schuldig. Am 20. April bermittelt der bei der Nato akkreditierte Korrespondent von France Inter in den 19-Uhr-Nachrichten pflichteifrig die Information des Bndnisses, wonach "vermutlich hunderte Knaben als lebende Blutbank dienen, tausende junge Mnner Grber schaufeln oder Grben ausheben mssen und Frauen systematisch vergewaltigt werden".

In den Debatten der Nato-freundlichen Intellektuellen lst der Indikativ alsbald den Konjunktiv ab. So erklrt Antoine Garapon, Richter, Generalsekretr des Instituts fr Hhere Juristische Studien, Prsident des Kosovo-Komitees und Redaktionsmitglied des Esprit: "Die vermutlich rund tausend Opfer auf serbischer Seite knnen nicht mit den hunderttausenden ermordeter Kosovo-Albaner gleichgesetzt werden" (Tlrama, 23. Juni). Damit hat er freilich schon den Anschluss an die offiziellen Verlautbarungen verpasst. Nach der siegreichen Beendigung des Krieges sinkt die vom Westen verbreitete Zahl der geschtzten Opfer auf albanischer Seite von sechs- auf fnfstellige Ziffern. Am 19. Juni erklrt das britische Auenministerium, dass "in ber 100 Massakern 10 000 Menschen gettet worden sind".

Auch Prsident Clinton nennt am 25. Juni die Zahl von 10 000 getteten Kosovo-Albanern (The Nation, 8. November). Der neu ernannte Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretrs, Bernard Kouchner, spricht am 2. August von 11 000 exhumierten Leichen von Kosovo-Albanern, doch diese Zahl wird noch am gleichen Tag vom Kriegsverbrechertribunal in Den Haag dementiert. Auch die Monde diplomatique behauptet auf der Titelseite ihrer August-Ausgabe leichtfertigerweise, inzwischen sei, "die Hlfte der vermuteten 10 000 Opfer" exhumiert.

Neun Monate nach der Stationierung der KFOR im Kosovo sttzt nichts, was in den Schlussfolgerungen der Ermittler des Internationalen Tribunals fr Verbrechen im frheren Jugoslawien (ICTY) wie anderer internationaler Organisationen enthalten ist, die Anschuldigung eines "Vlkermordes". Es sei denn, man verharmlost den Begriff, indem man ihn als Synonym fr "Massaker" verwendet.

Bereits am 23. September heit es in der spanischen Tageszeitung El Pas: "Kriegsverbrechen ja, Vlkermord nein. Das spanische Team aus Polizeiexperten und zivilen Juristen behauptet nach seiner Rckkehr aus Istok in der Nordzone des Kosovo [...] entschieden: Es gab kein einziges Massengrab." Die spanische Mission sei "Anfang August aus Madrid mit der Erwartung abgereist, man werde sich in die Hlle begeben. ,Man sagte uns, wir wrden in die schlimmste Zone des Kosovo kommen, mssten uns auf ber 2 000 Autopsien gefasst machen und htten bis Ende November zu tun. Das Ergebnis sieht ganz anders aus: Wir haben 178 Leichen entdeckt, und wir sind bereits zurck', erklrte [...] Chefinspektor Juan Lpez Palafox, Leiter der Anthropologie-Abteilung [...]. Juristen wie Polizisten beziehen sich auf ihre Erfahrungen in Ruanda, wenn sie versichern, dass man die Ereignisse im Kosovo - zumindest in dem Gebiet, das dem spanischen Kontingent zugeteilt ist - nicht als Vlkermord bezeichne knne. Dazu Lpez Palafox: ,Im ehemaligen Jugoslawien wurden Verbrechen, und zum Teil zweifellos grausame Verbrechen begangen, die jedoch im Zusammenhang mit dem Krieg stehen. In Ruanda haben wir 450 Leichen von Frauen und Kindern gesehen, in einer Kirche bereinander geschichtet, die Kpfe ausnahmslos eingeschlagen.' Im Kosovo wurden laut Aussage des Chefinspektors dagegen zahlreiche einzeln begrabene Leichen gefunden."

Zwei Monate spter besttigt John Laughland im Spectator (20. November): "Selbst wenn man annimmt, dass es sich bei allen [2 108 vom ICTY gefundenen Leichen] um Albaner handelt, die aus ethnischen Grnden ermordet wurden, entspricht das nur einem Fnfzigstel der vom US-Auenministerium im Juni verkndeten, einem Fnfhundertstel der von William Cohen im Mai genannten und einem Zweihundertfnfzigstel der vom Auenministerium im April angedeuteten Zahlen. Doch selbst diese Einschtzung ist nicht abgesichert. Zum einen wurde die Mehrzahl der Toten in Einzelgrbern und nicht in Massengrbern gefunden, zum anderen sagt das ICTY nichts ber Alter und Geschlecht, geschweige denn ber die Nationalitt der Opfer. Fr einen gewaltsamen Tod in dieser Provinz waren die verschiedensten Ursachen denkbar. ber hundert Serben und Albaner starben seit Beginn des Aufstands im Jahr 1998 durch terroristische Angriffe der UK; 426 serbische Soldaten und 114 Polizisten des serbischen Innenministeriums wurden im Verlauf des Krieges gettet. Die UK mit ihren zehntausenden bewaffneten Kmpfern hatte ebenfalls Verluste, wie die Todesanzeigen in den Drfern des Kosovo belegen. berdies sind seit Beginn des Krieges ber 200 Personen umgekommen, die auf nicht explodierte Splitterbomben der Nato traten."

John Laughland hat auch mit Carla Del Ponte, der Chefanklgerin des UN-Tribunals fr Kriegsverbrechen im frheren Jugoslawien gesprochen: "Sie beharrt darauf, dass es sich bei der Zahl [von 2 108 Leichen] nicht um eine endgltige Liste der Opfer und nicht einmal um eine vollstndige Bestandsaufnahme der Toten handelt. Sie geht vielmehr davon aus, dass die endgltige Zahl wesentlich hher liegen drfte, wenn im Frhjahr die Exhumierungen an den ,Orten des Verbrechens' fortgesetzt werden. Nach Paul Risley (dem Sprecher von Carla Del Ponte) sind die Exhumierungen ,wegen des gefrorenen Bodens' unterbrochen worden. Tatschlich hat es im Kosovo keinen Frost gegeben, der Boden ist nicht gefroren. Am Tag, als dieser Artikel verfasst wurde (15. November), regnete es in Strmen, und die Temperaturen lagen bei zehn Grad. Vermutlich nimmt man den Wintereinbruch zum Vorwand, um die unangenehme Frage der niedrigen Opferzahlen hinauszuschieben, in der Hoffnung, dass die Sache in Vergessenheit gert."

Am 22. November 1999 verffentlichte Newsweek einen Artikel unter der berschrift: "Makabere Mathematik: Die Zahl der festgestellten Grueltaten sinkt". Darin heit es: "Letzten April lie das US-Auenministerium verlauten, 500 000 ethnische Albaner seien im Kosovo verschwunden und man befrchte, sie knnten gettet worden sein. Einen Monat spter behauptete Verteidigungsminister William Cohen gegenber einem Fernsehjournalisten, ,rund 100 000 junge Mnner im wehrpflichtigen Alter' seien verschwunden und ,knnten ermordet worden sein'. Nach Ende des Krieges [...] lagen die Nato-Schtzungen der Zahl der von den Serben getteten Albaner wesentlich niedriger, nmlich bei knapp 10 000. Nun ist selbst diese Zahl offenbar ein wenig bertrieben, obwohl von den Serben tatschlich einige Grueltaten begangen wurden."

Um die Differenz zwischen den angekndigten hunderttausenden Toten und den 2 108 tatschlich gefundenen Leichen zu erklren, beschuldigt man die Serben, die Spuren ihrer Verbrechen u. a. durch Verbrennung der Toten verwischt zu haben.

Der australische Journalist John Pilger verffentlicht am 15. November im New Statesman die Ergebnisse seiner Recherche, die sich auf den Bergwerkskomplex von Trepca konzentriert hat. Dort sollen, wie er schreibt, "angeblich die Leichen von 700 ermordeten Albanern begraben worden sein. Am 7. Juli meldete der Daily Mirror, der ehemalige Bergarbeiter Hakif Isufi habe Dutzende von Lastwagen beobachtet, die in der Nacht vom 4. Juni in das Bergwerk gefahren seien und schwere Pakete abgeladen htten. Er habe nicht erkannt, worum es sich dabei handelte. Doch fr den Mirror stand fest: ,Was Hakif gesehen hat, stellt eine der abscheulichsten Taten im Krieg des Slobodan Milosevic dar: Massenweise wurden Leichen von Ermordeten abgeladen, im verzweifelten Versuch, die Spuren zu verwischen. Die Ermittler [...] befrchten, in dem weitlufigen Bergwerk mit seinen tiefen Schchten und Stollen knnten nach dem Vorbild von Auschwitz in fen bis zu 1 000 Leichen verbrannt worden sein.' " John Pilger verfgt ber die Beweise, die diese Reportage widerlegen.

Die Journalisten Daniel Pearl und Robert Block recherchieren ebenfalls in Trepca. Ihr Bericht steht am 31. Dezember auf der Titelseite des Wall Street Journal und ist so schockierend, dass die Zeitung tags darauf versucht, die Sache durch einen peinlichen Leitartikel auszubgeln, der den Nato-Krieg trotz allem rechtfertigt.

Pearl und Block schreiben: "Am Ende des Sommers waren Geschichten ber Leichenverbrennungsanlagen, die denen der Nazis vergleichbar seien, so verbreitet, dass die Ermittler ein Team von drei Hhlenforschungsexperten der franzsischen Polizei entsandten, um das Bergwerk nach Leichen abzusuchen. Sie haben keine einzige Leiche gefunden. Ein anderes Team untersuchte die Asche in den fen. Es fand keine Zhne und keinerlei Spuren verbrannter Krper. Die jugoslawischen Truppen haben im letzten Frhjahr im Kosovo Grausamkeiten begangen, Hunderttausende Kosovo-Albaner wurden vertrieben, ihre Huser niedergebrannt, Menschen im Schnellverfahren hingerichtet. [...] Andere Behauptungen, etwa ber unterschiedslose Massenttungen, Vergewaltigungslager und Verstmmelungen von Leichen lieen sich nicht besttigen. [...] Kosovo-albanische Aktivisten, humanitre Organisationen, die Nato und die Medien haben sich gegenseitig mit Informationen versorgt, damit die Gerchte ber Vlkermord glaubwrdig erschienen."

Laut Wall Street Journal haben die zehn Jahre Krieg im ehemaligen Jugoslawien auch bei den Berichterstattern ihre Spuren hinterlassen: "Viele Journalisten hatten in Bosnien Erfahrungen gesammelt. Das Massaker an (geschtzten) 7 000 Menschen in der UN-Schutzzone von Srebrenica im Jahre 1995 fhrte dazu, dass sie Schilderungen ber serbische Grausamkeiten ohne allzu groe Skepsis aufnahmen. Das Thema Bosnien brachte drei Journalisten, die Grueltaten aufdecken konnten, einen Pulitzerpreis ein. Als im Juni das Kosovo endlich fr die internationale Presse zugnglich wurde, drngten sich in der Lobby des Grand Hotels von Pristina die dubiosesten Informanten, die sich erboten, die Journalisten zu den Grbern zu fhren."

Zur Illustration dessen, was sie "die Obsession mit Massengrbern" nennen, zitieren Pearl und Block das Beispiel von Ljubenic, einem Dorf mit 200 Husern im Westen des Kosovo. "Am 9. Juli erwhnte der niederlndische Kommandeur Jan Joosten in einer Presseerklrung in Pristina auf der Basis eines ,Operationsberichtes' der Italiener die Entdeckung eines Massengrabes, das 350 Leichen enthalten knnte. ,Bevor noch die Pressekonferenz zu Ende war, begannen die Journalisten bereits ihre Sachen zu packen, um nach Ljubenic aufzubrechen', berichtet Joosten. Am Tag darauf meldete in London der Independent: ,Das grte Massengrab enthlt 350 Opfer.' [...] In Wirklichkeit fanden die Ermittler auf diesem Feld keine einzige Leiche." Die UK publizierte eine Opferliste mit 65 Namen.

Am 10. Januar 2000 stellt Erich Follath im Rahmen eines lngeren Beitrags im Spiegel fest: "Fr Erfolge an der Propagandafront greifen auch fhrende Demokraten im Westen gelegentlich zu fragwrdigen Mitteln. Als besonders vorschnell mit Sensationsmeldungen fllt der deutsche Bundesverteidigungsminister auf. Rudolf Scharping spricht Anfang April von ,ernst zu nehmenden Hinweisen auf Konzentrationslager' im Kosovo. Dass das Stadion von Pristina in ein KZ mit 100 000 Menschen verwandelt worden sein soll, kommt Experten auf Anhieb unglaubwrdig vor. Bilder deutscher Aufklrungs-Drohnen widerlegen dann bald die von UK-Fhrer Thai propagandistisch gestreute Behauptung."

Laut Spiegel prsentierte Scharping dann am 27. April "als neuen Beleg fr serbische Grueltaten die Bilder eines Massakers an Kosovaren. Die Nachrichtenagentur Reuters, stellt sich schnell heraus, hat hnliche grauenhafte Fotos dieses Verbrechens im Dorf Rugovo schon drei Monate vorher verffentlicht. [...] Aber laut Reuters waren die Toten keine Zivilisten, sondern UK-Kmpfer, umgebracht aus Rache fr einen getteten serbischen Offizier." Trotz dieses Dementis gibt Scharping "Gruelberichte von Betroffenen als Fakten weiter: Die Tter ,spielen mit abgeschnittenen Kpfen Fuball, zerstckeln Leichen, schneiden den getteten Schwangeren die Ften aus dem Leib und grillen sie' ."

Am 11. Januar 2000 geht Le Monde mit einer Doppelseite auf den umfangreichen, von der Organisation fr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) am 6. Dezember 1999 verffentlichten Bericht ber den Krieg ein. Der Kommentar von Bernard-Henry Lvy in Le Point (14. Januar): "Endlich sind die Dinge klar. Erstens, die Ausschreitungen von Serben gegen die Zivilbevlkerung, insbesondere die muslimische, begannen lange vor den Nato-Angriffen. Zweitens, sie lassen sich mit den von der UK begangenen Taten nicht vergleichen. Drittens, den Ermittlern liegen nach Angaben von Le Monde Beweise ber Grueltaten vor, die einem vorstzlichen Plan folgten und daher, um es klar zu sagen, in jedem Fall - ob mit oder ohne Intervention der Alliierten - stattgefunden htten. Ende der Diskussion."

Das Ende der Diskussion wre wirklich erreicht, wenn im Bericht von Le Monde, so detailliert er auch ist, nicht folgende Zusammenfassung aus dem dritten Teil des Berichts ("Menschenrechtsverletzungen im Kosovo", Kapitel 5: "Verletzung des Rechts auf Leben") fehlen wrde: "Nach dem Beginn der Nato-Luftangriffe auf die Bundesrepublik Jugoslawien in der Nacht vom 24. auf den 25. Mrz wurden willkrliche Hinrichtungen im gesamten Kosovo zu einer allgemeinen Erscheinung. Bis dahin hatte sich die Aufmerksamkeit der jugoslawischen und serbischen Militreinheiten und Sicherheitskrfte auf Gemeinden in Gebieten des Kosovo konzentriert, in denen sich die Nachschubwege oder Lager der UK befanden."

westliche Versehen?

VON Anfang an operierte man mit der Theorie der moralischen Asymmetrie. Demnach begehen Demokratien bse Taten hchstens argloserweise, die Serben hingegen - die man nach "irakischem Muster" kollektiv beschuldigt und bestraft - tun es prinzipiell willentlich. Leiden, die man ihnen zufgte, sind daher allenfalls als "Versehen" zu werten. Wie die "Reporter ohne Grenzen" am 25. Juni 1999 feststellen, htte man trotz allem "von einem Bndnis aus Demokratien, die fr Recht und Moral zu kmpfen vorgeben, ein ehrlicheres Verhalten erwarten knnen als von der Diktatur, die sie bekmpfen".

In Artikel 8 ("Kriegsverbrechen") des Statuts des Internationalen Strafgerichtshofes (ICC) gelten als "Verletzung des Kriegsrechts und der im Krieg blichen Regeln" die "mutwillige Zerstrung von Stdten, Mrkten oder Drfern oder jede durch militrische Notwendigkeit nicht gerechtfertigte Verwstung" sowie "Angriffe auf und Bombardierungen von Stdten, Drfern, Wohnhusern und nicht verteidigten Gebuden". Anfang dieses Jahres haben nun mehrere internationale Juristen beim Internationalen Strafgerichtshof ein umfangreiches Dossier eingereicht, in dem sie der Nato-Fhrung vorwerfen, ebendieses Vlkerrecht schwer verletzt zu haben.

Am 7. Februar 2000 verffentlicht Human Rights Watch einen Bericht, der "Luftangriffe der Nato unter Einsatz von Splitterbomben im Umkreis bewohnter Gebiete", "90 Flle, die zum Tod jugoslawischer Zivilpersonen fhrten", und eine vorlufige Bilanz von "zwischen 488 und 527" zivilen Opfern nennt. Obwohl Human Rights Watch beteuert, darin keinen Beweis fr "Kriegsverbrechen" zu sehen, beurteilt die Organisation die Bombardierungen, die mit verschiedenen juristischen und humanitren Argumenten gerechtfertigt wurden, als "Verletzung des humanitren Vlkerrechts".

Die Verletzungen der Genfer Konventionen durch den Westen sind auch in der Nato-freundlichsten Presse dokumentiert. Nach der Organisation Fairness and Accuracy in Reporting (Bericht vom 28. Januar 2000) will der Militrkorrespondent der Washington Post herausgefunden haben, dass die franzsische Zurckhaltung bei der Auswahl gewisser Bombenangriffsziele zeitweise in London wohlwollend aufgenommen worden sei: "Auenminister Robin Cook problematisierte die Angriffe auf eine Stromleitung, die ein wichtiges Krankenhaus in Belgrad versorgt, beugte sich letzten Endes aber den Argumenten der anderen Mitglieder der Gruppe."

Kurz vor dem Beschuss des in einem Belgrader Wohnviertel gelegenen Hauptquartiers der Sozialistischen Partei von Slobodan Milosevic am 23. April 1999 gibt ein internes Schriftstck, das an die fhrenden Nato-Vertreter verteilt wird, die geschtzte Zahl ziviler Opfer wie folgt an: "Kollateralschden: hoch. Schtzung: 50 bis 100 Parteifunktionre und -angestellte. Schtzung der unerwnschten zivilen Opfer: 250 (Bewohner der im Explosionsbereich liegenden Huser)." Weiter heit es in der Washington Post: "Washington und London billigten die Wahl dieses Ziels, doch die Franzosen zeigten sich zurckhaltend und wiesen darauf hin, dass im Gebude der Partei auch Studios des jugoslawischen Fernsehens und Radios untergebracht seien. ,In gewissen Gesellschaften stt die Vorstellung, Journalisten zu tten ... na ja, diese Vorstellung bereitet uns etwas Unbehagen', erklrte dazu ein franzsischer Diplomat."

Der fragliche "Schlag" wird elf Tage hinausgezgert, am Ende stimmt Paris dennoch zu. Die Nato-Lnder haben also Artikel 51 (5) b der Genfer Konvention (1. Zusatzprotokoll) verletzt, der einen Angriff verbietet, "bei dem damit zu rechnen ist, dass er auch Verluste an Menschenleben unter der Zivilbevlkerung, die Verwundung von Zivilpersonen, die Beschdigung ziviler Objekte oder mehrere derartige Folgen verursacht, die in keinem Verhltnis zum erwarteten konkreten und unmittelbaren militrischen Vorteil stehen."

In diesem Zusammenhang mssen wir uns in Erinnerung rufen, dass dieser in 5 000 Meter Hhe gefhrte Krieg des Westens das Leben jedes Piloten gewissenhaft schtzte und nicht einer von ihnen zu Schaden kam.

Am 24. Mai erklrt Luftwaffengeneral Michael Short in einem Interview mit der Washington Post sogar: "Wenn Sie eines Tages aufwachen und es keinen Strom und kein Gas mehr gibt, wenn die Brcke, ber die Sie zur Arbeit gehen, zerstrt ist und vielleicht fr die nchsten zwanzig Jahre in der Donau liegen wird, werden Sie sich doch irgendwann fragen: He, Slobo, was soll das? Wie lange muss ich all das noch ertragen?"

Kenneth Roth, geschftsfhrender Leiter von Human Rights Watch, stellt zu solchen Aussagen fest: "Die Bombardierung ziviler Infrastrukturen durch die Nato erfolgte nicht, weil sie zu den jugoslawischen Kriegsanstrengungen beitrugen, sondern weil man damit serbische Zivilisten zu Druck auf Milosevic zwingen konnte, damit der sich aus dem Kosovo zurckzieht. Wer Zivilpersonen auf diese Weise bentzt, riskiert den im humanitren Vlkerrecht wesentlichen Grundsatz der Unterscheidung (principle of distinction) zu verletzen, der den Einsatz militrischer Mittel auf militrische Ziele beschrnkt und gegen Zivilpersonen verbietet" (The Guardian, 12. Januar 2000).

Solche berlegungen haben keine groe Resonanz. Die auf die Millennium-Feiern fixierten groen Medien nehmen daher auch kaum den Artikel Steven Erlangers von der New York Times zur Kenntnis, der am 30. Dezember 1999 in der International Herald Tribune steht. Darin heit es: "Vertreter des Internationalen Gerichtshofs fr Verbrechen im frheren Jugoslawien haben am Mittwoch [29. Dezember] erklrt, die Untersuchung ber mgliche Kriegsverbrechen des Westens whrend des jngsten Kosovo-Krieges sei ein internes Vorbereitungsdokument, das wahrscheinlich keine offizielle Untersuchung zur Folge haben und zweifellos nicht verffentlicht werden wird. [...] Carla Del Ponte hat hchstpersnlich betont, das Tribunal habe wichtigere Aufgaben als Ermittlungen gegen westliche Fhrungen, die seine besten Sttzen seien. [...] Der Vorbericht hat den Charakter einer rechtlichen Prfung der Grundlagen fr eine Klageerhebung wegen Kriegsverbrechen im Rahmen der Nato-Aktionen, beispielsweise die Bombardierung von Elektrizittswerken und Brcken, zivilen Einrichtungen, die aus Sicht der Nato militrische Funktionen erfllt haben sollen, [sowie] der massive Einsatz von Splitterbomben, die laut Beteuerung der Nato nur gegen Flughfen und andere militrische Ziele eingesetzt wurden, teilweise jedoch bewohnte Gebiete trafen [...]. Wenn Carla Del Ponte beschliet, keine weiteren Schritte zu unternehmen, ist das Dossier geschlossen und wird allenfalls noch Historiker beschftigen."

Eine "geschlossene Akte" blieb die Angelegenheit auch fr die meisten groen Medien, die sich ihre Argumente bereits zurechtgelegt hatten: "Die Nato zielt nicht auf Zivilpersonen, Belgrad dagegen bedient sich ihrer als lebendige Geiseln" (France Inter, 16. April). Die Bombardierung der Chinesischen Botschaft, die zahlreiche Todesopfer forderte, wird so fast zwangslufig zum "versehentlichen Treffer auf Belgrad" (Claude Imbert, LCI, 14. Mai).

Geradezu karikaturhaft wird es, wenn das franzsische Fernsehen nach dem Tod von sechzehn Journalisten und Broangestellten in Belgrad das serbische Fernsehen als "groartiges Propagandainstrument" entlarvt: "Die Fernsehnachrichten sind eine Waffe im Dienst von Milosevic" (TF 1, 23. April).

Berichterstattung?

WHREND des ganzen Konflikts haben die Medien auch ihre eigene journalistische Arbeit bewertet. In dieser Hinsicht geht die ausschlielich rckblickende Klarsicht ber "Entgleisungen" in frheren Krisen einher mit der aktuellen Zufriedenheit mit der angeblich beispielhaften Berichterstattung ber die laufenden Vorgnge. Je unbarmherziger die Anprangerung vergangener Fehler (Timisoara, Golfkrieg), desto euphorischer das Urteil ber die aktuelle Aufbereitung des Jugoslawien-Krieges.

So frohlockt Laurent Joffrin, Chefredakteur des Nouvel Observateur, schon kurz nach Beginn der Bombardierungen ohne jegliche Distanz (am 1. April): "Auf die Gefahr hin, mich dem Vorwurf des Standesdenkens auszusetzen, muss ich sagen: Die Arbeit der audiovisuellen Medien in diesem Konflikt ist bis jetzt beispielhaft. Man hat die Lehren aus dem Golfkrieg gezogen." Allenthalben wird dieses "Wunder" gepriesen, als wollte man ein inzwischen berflssiges schlechtes Gewissen loswerden.

Keine zehn Jahre zuvor hatte ein Journalist von France 2, der zur Besichtigung einiger alter, wieder ausgegrabener Leichen in die rumnische Stadt Timisoara gereist war, den Satz gesprochen: "Der Sinn dieser Bilder ist es, zu belegen, dass 4 630 Menschen von der politischen Polizei gettet worden sind" (22. Dezember 1989). Ein Jahr spter lieen sich die Journalisten im Golfkrieg in Uniformen stecken.

Die seitdem praktizierten strengeren Mastbe haben einige Hofberichterstatter des Westens verschreckt. Mit Verweis auf das "Timisoara-Syndrom" warnt am 2. Mai der Herausgeber des Journal de Dimanche vor bertriebener Zurckhaltung gegenber den Zeugenaussagen von Flchtlingen aus dem Kosovo. Auch gewisse Intellektuelle halten es fr ntig, die "Profizweifler und Meister der Verblendung" anzuprangern. Denen werden bei Bedarf sogar die schlimmsten Vergehen vorgeworfen: "Sie leugnen hartnckig die Realitt, vergraben sich in kindischen Verschwrungsphantasien, im Verfolgungswahn des Dissidenten" (Pascal Bruckner, 21. Juni, Libration).

Die Aufwertung der aktuellen Berichterstattung durch Vergleiche mit der bedauerlichen Vergangenheit, die denunziatorische Verdchtigung kritischer Kommentatoren und ihrer Absichten produzieren eine grenzenlose professionale Selbstgeflligkeit.

Vor allem das Fernsehen lobt die hervorragende Qualitt der eigenen Arbeit. Am 5. Mai meint der Nachrichtensprecher von France 2 in der Humanit erfreut: "Seit Beginn des Konflikts achten wir unsererseits auf grte Vorsicht und Zurckhaltung. Jede Art von Informationsquelle wird von uns mit Vorsicht genossen. Die Aufbereitung unserer Nachrichten ist grundlegend anders als whrend des Golfkrieges." Der Nachrichtenchef von TF 1 schlgt ganz hnliche Tne an: "Die Bilder des rumnischen Massengrabes, die 1989 von allen Fernsehanstalten ausgestrahlt wurden, haben unser Bewusstsein von der Macht der audiovisuellen Medien geschrft. Inzwischen geben wir systematisch an, unter welchen Umstnden wir Bilder erhalten, und bemhen uns permanent um Genauigkeit und Erklrungen. [...] Die Berichterstattung ber den Konflikt ist begrenzter, aber auch zurckhaltender und strenger."

So sehen es alle. Le Point: "Wir haben es vermieden, Fehler aus vergangenen Konflikten zu wiederholen. So gab es in unserer Kosovo-Berichterstattung weder Falschmeldungen noch peinliche Flle von Naivitt. Die von der Nato verbreiteten Nachrichten wurden stets mit Vorsicht aufgenommen."

L'Express: "Wir hatten viele Reporter vor Ort. Wir haben uns bemht, przise, berprfte Nachrichten zu bringen und durch Analysen und Kommentare unserer Aufgabe gerecht zu werden."

LCI: "Heute wissen wir die Dinge mit Abstand zu beurteilen. Die Aussagen von Nato-Sprecher Jamie Shea werden relativiert. Alles wird hinterfragt, da nichts beweisbar ist."

RTL: "Wir haben zweierlei gelernt: keine Kommentare zwecks Auffllen der Sendungen trotz mangelnder Informationen, und uerste Sorgfalt in der Art, wie wir Informationen weitergeben, deren Quelle wir jeweils genau angeben."

Le Monde: "Im Bewusstsein der Fallen, in die manche Medien whrend des Golfkrieges getappt sind, hat die Redaktion den offiziellen Erklrungen misstraut. [...] Auch wenn vereinzelt, was angesichts solcher Ereignisse unvermeidlich ist, zuweilen ein Zgern sprbar war, so ist Le Monde seinem Auftrag klar nachgekommen, nmlich aufzuzeigen, zu erklren und zu errtern."

Le Journal de Dimanche: "Die franzsischen Medien haben die Lehren aus dem Golfkrieg gezogen und knnen heute als Beispiel fr einen Journalismus zitiert werden, der den Falschmeldungen in beiden Lagern unbarmherzig den Kampf angesagt hat."

La Tribune: "Unsere Medien haben Recht, wenn sie mit Argusaugen darber wachen, dass keine falschen Informationen vorkommen."

Trotz Franz-Olivier Giesbert, der in einem Leitartikel (Le Figaro Magazine, 17. April) die "Gehirnwsche der Nato" angeprangert hat, und trotz der Zeitschrift Marianne, die eine "Natoisierung" der Information heftig angeprangert hat: Der selbstherrliche Konsens war so ansteckend, dass er sogar auf die wenigen Zeitschriften abfrbte, die sich gegen den Krieg aussprachen. Am 1. April schrieb die Wochenzeitschrift Politis leichtsinnigerweise: "Diesmal gibt es keine dumpf-patriotische Einmtigkeit, die im Golfkrieg vorherrschte, und keine Kollegen, die den Militrexperten in Uniform das Mikro unter die Nase halten." hnlich argumentiert Humanit: "Die Journalisten berichten ber den Kosovo-Krieg sehr viel vorsichtiger als beim Irak-Konflikt" (8. April).

"Sehr viel vorsichtiger" ist gewiss ein bertriebener Begriff. Aber damit die Manipulation funktioniert, muss sie das Wissen um die Manipulation bercksichtigen und daher auf andere Mittel als die abgenutzten Tricks der Vergangenheit zurckgreifen.

Mit fast rhrender Arglosigkeit erklrt etwa der Nato-Korrespondent von France Inter in Brssel: "Ich glaube nicht, dass ich manipuliert worden bin, oder wenn, dann so gut, dass es mir nicht aufgefallen ist. [...] Ich habe nur Irrtmer [der Nato] verzeichnet, die meines Erachtens aufrichtig korrigiert wurden; und eine gewisse Zurckhaltung, die nur geschadet hat, etwa die fr interne militrische und technische Abklrungen bentigte Zeit nach jedem Schlag, der das gewnschte Ziel verfehlte. Denn am Schluss musste man feststellen: ,Ja, es stimmt, wir haben ein Krankenhaus zerstrt oder eine Brcke getroffen, als gerade ein Zug passierte' " (Press Club de France, 28. Juni 1999).

Was den letztgenannten Fall betrifft, so wei man heute, dass die Nato den Film, auf dem der auf die Brcke zufahrende Zug zu sehen ist, beschleunigt abspielte, um ein angebliches "Versehen" zu rechtfertigen. Man wei heute auch, wie das Bndnis die Presse manipuliert hat.

"Was die ,Versehen' betrifft, so hatten wir eine wirksame Taktik. Meist kannten wir die Folgen und Ursachen dieser Irrtmer genau. Um die ffentliche Meinung zu narkotisieren, kndigten wir Untersuchungen an und sprachen von vielfltigen Hypothesen. Erst zwei Wochen spter gaben wir die Wahrheit bekannt, als sich schon niemand mehr dafr interessierte. Die ffentliche Meinung ist genauso beeinflussbar wie alles andere auch." (Le Nouvel Observateur, 1. Juli 1999)

Nach Ende des Krieges konnte Brssel also zufrieden sein. Jamie Shea bekannte sogar: "In diesen Tagen sind viele Journalisten zu mir gekommen, um zu versichern, sie htten unsere Bemhungen geschtzt, sie auf dem Laufenden zu halten" (LCI, 15. Juni 1999). In Washington hatte man nicht weniger Grund, sich zu freuen. Fr Richard Holbrooke, einen der Architekten der amerikanischen Balkanpolitik, war "die Medienberichterstattung von New York Times, Washington Post, NBC, CBS, ABC, CNN und der Zeitschriften ausgezeichnet und beispielhaft" (Zitiert nach Znet, 27. Mai 1999).

Eines dieser begeisterten Adjektive kennen wir bereits aus dem Golfkrieg. Wie formulierte es der damalige Sprecher des Weien Hauses, Marlin Fitzwater, am 26. Mrz 1991 gegenber CNN? "Prsident Bush findet die Medienberichterstattung ber diesen Konflikt ausgezeichnet."

dt. Birgit Althaler
http://monde-diplomatique.de/

"Massengrber": Amerikanische Medien suchen nach einer Rechtfertigung fr den NATO-Krieg

Von der Redaktion
24. Juni 1999
aus dem Amerikanischen (18. Juni 1999)
[Kosovo]Whrend die NATO-Truppen ihren Zugriff auf das gesamte Kosovo ausdehnen, bemhen sich die amerikanischen und britischen Medien, die ffentliche Meinung aufzuputschen und eine nachtrgliche Rechtfertigung des Krieges gegen Jugoslawien zu liefern. Im Zentrum der Propaganda steht eine Reihe von Berichten ber Massengrber, die NATO-Soldaten und UCK-Guerilleros angeblich gefunden htten.

Die beiden einflureichsten amerikanischen Tageszeitungen, die New York Times und die Washington Post, verffentlichten am vergangenen Mittwoch wortreiche und grauenvolle Berichte ber das Ausma des Blutbads, das whrend der zehn Wochen zwischen Beginn des NATO-Bombardements und der Kapitulation Jugoslawiens im Kosovo angerichtet worden sei. hnliche Berichte erschienen im amerikanischen Fernsehen.

[{brennende Haeuser]Die Pressekampagne ber die angeblichen serbischen Greueltaten soll die Behauptungen der Clinton-Regierung, die amerikanischen Kriegsflugzeuge htten aus "humanitren" Grnden einige zehntausend Tonnen an Bomben auf Jugoslawien geworfen, sttzen. Auerdem schafft sie einen Vorwand, um die Vertreibung von 200.000 in der Provinz Kosovo ansssigen Serben zu rechtfertigen. Dieser Proze hat bereits begonnen. Zehntausende serbischer Zivilisten sind geflohen, als die UCK-Truppen Stdte im Sden und Osten des Kosovo bernahmen.

ber die Flucht der Serben wird nur wenig berichtet. Sie wird noch eskalieren, wenn die NATO- und UCK-Truppen in die strker von Serben bewohnten Gebiete im Nordosten Kosovos und entlang der nrdlichen Grenze zu Montenegro und dem serbischen Kernland eindringen werden.

[Minenopfer]Bezeichnend ist auch der Verzicht auf jegliche Medienberichte ber die Opfer der NATO-Bomben in Serbien. Schlielich knnte man jedem herzzerreienden Artikel ber den Tod von albanischen Zivilisten im ethnischen Brgerkrieg im Kosovo eine genauso bewegende Darstellung des Todes serbischer Zivilisten durch NATO-Bomben an die Seite stellen.

[Bruecken]Zudem werden sich Leiden und Tod in Serbien fortsetzen, wenn die Langzeitwirkung der Zerstrung von Elektrizittswerken, Wasserversorgung, Straen, Brcken, Krankenhusern und grundlegender Infrastruktur zum Tragen kommt. Die Auswirkung der Umweltverschmutzung durch zerstrte Erdlraffinerien und Treibstofflager oder durch die Strahlung der mit Uran angereicherten amerikanischen Raketen lt sich noch kaum abschtzen.

Die NATO- und US-Propaganda gibt sich keinerlei Mhe, die tglich neuen Geschichten ber Greueltaten mit denen von gestern in Einklang zu bringen. Ein treffendes Beispiel ist die am letzten Donnertag vom britischen Auenministerium verffentlichte Schtzung, es seien 10.000 Kosovo-Albaner in insgesamt 130 Massakern gettet worden. Diese Darstellung wurde weltweit verbreitet.

David Gowan, der fr die Untersuchungen ber die Kriegsverbrechen im Kosovo zustndige Sprecher der britischen Regierung, sagte: "Es ist sehr schwierig, eine Gesamtzahl zu nennen, aber klar ist, da sich ein wesentlich schlimmeres Bild ergibt, als wir es erwartet hatten." Dieser Kommentar kann nur als Versuch gewertet werden, die derzeit gezeigten Bilder aus dem Kosovo mglichst intensiv zu Propagandazwecken zu nutzen. Immerhin stellt die britische Schtzung schon eine Reduzierung der Zahlen auf mindestens ein Zehntel frherer Angaben whrend des Krieges dar, als US- und NATO-Vertreter die an den Haaren herbeigezogene Behautpung aufstellten, zwischen 100.000 und 225.000 albanische Mnner seien vermit und wahrscheinlich ermordet worden.

[Ernstfall Frieden]Auch jetzt gibt es keinen Grund zu glauben, da die Darstellung von 10.000 Toten zutreffend ist. Die Darstellung der britischen Behauptung in der Presse kaschierte die Tatsache, da die Regierung diese Schtzung vor einigen Wochen vorbereitete und sich dabei auf "Militr- und Medienberichte sowie Interviews mit Flchtlingen in Albanien und Mazedonien" sttzte. Mit anderen Worten, die Darstellung von 10.000 Toten basiert nicht auf irgendeiner Auflistung von Grbern oder Leichen, die tatschlich im Kosovo gefunden wurden, obwohl die Medienberichte diesen Eindruck vermitteln.

Offizielle amerikanische Erklrungen ber die angebliche Anzahl der Todesopfer im Kosovo sind gleichermaen suspekt. Pentagon-Sprecher Mike Doubleday sagte, da NATO-Soldaten "seit ihrem Einmarsch in das Kosovo am Samstag auf 90 Sttten, an denen Massengrber vermutet werden, gestoen sind oder davon gehrt haben". In diesem Satz finden sich genug wertende Ausdrcke, um die Alarmglocken luten zu lassen. Was auf den ersten Blick wie ein bedeutsamer Beweis fr den Tod einiger Tausend aussieht, entpuppt sich mehr als Gercht und Spekulation, denn als Tatsache: es sind "vermutete" Massengrber, von einigen hatte man nur "gehrt", oder Truppen sind auf sie "gestoen" - d.h. sie haben sie nicht untersucht.

Ein "vermutetes" Massengrab entsteht oftmals als Behauptung oder Verdacht, geuert von einem UCK-Offizier, -Soldaten oder -Dolmetscher gegenber einem NATO-Kommandeur, der dies dann wiederum an einen amerikanischen oder britischen Reporter weitergibt. Keiner in dieser Informationskette ist ein objektiver Beobachter. Alle haben ein begrndetes Interesse, die Bedingungen im Kosovo so schwarz und belastend wie mglich zu zeichnen, um den NATO-Krieg zu rechtfertigen.
 

Die Methode der Verdrehung

Es lohnt sich, einen Leitartikel der New York Times vom vergangenen Mittwoch ber die Massengrber von John Kifner und Ian Fisher zu analysieren. Der Artikel berichtet ber die Stadt Djakovica im Sdwesten des Kosovo nahe der albanischen Grenze und beruft sich auf Behauptungen, wonach 1.000 albanische Mnner von Serben festgenommen, abgefhrt und vermutlich ermordet wurden.

Whrend der Artikel durchgngig den Eindruck vermittelt, die Ereignisse im Kosovo seien das Ergebnis einer vorstzlichen Kampagne ethnischer Suberung, angetrieben vom vlkermrderischen Ha der Serben gegen die Albaner, legen doch einige der angefhrten Tatsachen eine andere Erklrung nahe.

Kifner und Fisher schreiben: "Djakovica ist seit langem ein Zentrum des albanischen Nationalismus. Die ganze Region, auf beiden Seiten der Grenze als Has bekannt, wird von den miteinander verwandten albanischen Clans auf beiden Seiten der Grenze als eine Einheit betrachtet."

[UCK]Und weiter unten: "Die Sttzpunkte der UCK liegen auf der anderen Seite der zerklfteten Berge, im gesetzlosen Nordalbanien, und ihre Nachschubwege verlaufen von den Bergpssen hinunter in diese Tler. Daher hat die Stadt eine enorme strategische Bedeutung. ... Taktisch gesehen liegt das Gebiet an der Hauptverbindungsstrae nahe der Grenze."

Diese Umstnde lassen vermuten, da es in Djakovica zu besonders brutalen militrischen Auseinandersetzungen zwischen der jugoslawischen Armee und den Sezessionisten der UCK kam. In einem Brgerkrieg dieser Art begeht jedes Land Greueltaten, insbesondere gegen Zivilisten, die mit Guerillakmpfern in Verbindung stehen.

Aber anstelle dieser Schlufolgerung fgen die Autoren ohne jegliche Begrndung hinzu: "In den ersten Tagen der sorgfltig geplanten Kampagne der Serben verbreiteten Massenmorde Angst und Schrecken, fhrten zur Entvlkerung der grenznahen Drfer und ermutigten andere ihrem Beispiel zu folgen."

[vermeindliche Massengraeber]Dann werden vier oder fnf Beispiele von vermuteten Massengrbern mit nahezu 200 Opfern angefhrt, ohne einen Beweis dafr, da es sich bei den Begrabenen um Zivilisten und nicht um UCK-Kmpfer handelt, oder da dort berhaupt Leichen begraben sind. Ein Beispiel ist ein "Fleck aufgewhlter Erde", auf den UCK-Soldaten aufmerksam machten und sagten, dort seien bis zu 100 Menschen begraben.

Die Worte des Artikels sind mit Bedacht gewhlt. Die albanischen Toten seien das Ergebnis von "Massakern". Da Albaner - und Serben - im Zuge der Kmpfe zwischen UCK und serbischen Truppen insbesondere in dieser Stadt von anerkannter "enormer strategischer Bedeutung" gettet worden sein knnten, wird nirgendwo in Betracht gezogen.

Der Artikel stellt die Greueltaten im Kosovo als eine schockierende Neuigkeit dar. Er ist in einem Ton moralischer Emprung geschrieben, den man in Artikeln der New York Times nicht antrifft, wenn es sich um den Tod zum Beispiel von Palstinensern auf der West Bank, Kurden in der Trkei, Tamilen in Sri Lanka oder Opfer amerikanischer Militrgewalt im Irak, Panama und Somalia handelt.

Wie in den Berichten der New York Times, so finden sich in der gesamten amerikanischen Medienlandschaft regelmig Behauptungen, das Milosevic-Regime habe einen vorstzlichen Plan zur Vertreibung der albanischen Bevlkerung aus dem Kosovo durchgefhrt, um die serbische Kontrolle ber das Territorium sicherzustellen. Solche Theorien, fr die es keinerlei Beweis gibt, stoen auf ein zentrales Problem - die Tatsache, da die Massenflucht der Kosovo-Albaner nicht vor dem Beginn der NATO-Bombardements am 24. Mrz einsetzte.

Gem amerikanischer bzw. NATO-Version der Ereignisse hat die Bombardierung bei der Flucht der Kosovaren keine Rolle gespielt. Dies fllt schwer zu glauben, wenn man in Betracht zieht, da die Bombardierung in Serbien zu einer Verdrngung von schtzungsweise einer Million serbischer Zivilisten gefhrt hat - eine Tatsache, die in den amerikanischen Medien praktisch nicht erwhnt wird.

[Zerstoerung]Aber selbst wenn man davon ausgehen wrde, da die NATO keine Verantwortung fr den Exodus der Kosovo-Albaner trage, drngt sich eine andere Schlufolgerung auf. Nachdem die Massenvertreibungen solange nicht stattfanden, bis das NATO-Bombardement begann und die 2.000 Beobachter der Organisation fr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) abgezogen wurden, hat Milosevic offensichtlich seinen Plan der "ethnischen Suberung" fr den Beginn eines Luftkrieges gegen sein Land angesetzt. Daraus mte man aber logischerweise schlieen, Milosevic habe sich die Zerstrung durch NATO und USA herbeigewnscht und den Luftkrieg vorstzlich provoziert, um unter diesem Vorwand seinen Plan der ethnischen Suberungen verwirklichen zu knnen.

Je lnger man die Unterstellung eines serbischen Gesamtplans zur Suberung des Kosovo von Albanern durchdenkt, desto weniger lt sie sich aufrechterhalten. Eine andere Erklrung wird berzeugender. Das Milosevic-Regime hatte Plne fr eine militrische Offensive gegen die UCK, in denen eine Zwangsrumung albanischer Zivilisten in bestimmten Gebieten vorgesehen war, besonders nahe der Grenze zu Albanien und der Hauptnachschubrouten der UCK. hnliche Methoden wurden buchstblich in jedem Krieg zur "Aufstandsbekmpfung" des 20. Jahrhunderts angewandt, und nirgendwo brutaler als von den USA in Vietnam.

Die Kombination von verschrftem Brgerkrieg und NATO-Bombardierung lste eine Blutorgie aus, in der die fanatischsten und brutalsten Elemente unter den serbischen Nationalisten, insbesondere paramilitrische Gruppen wie die "Weien Adler", eine entscheidende Rolle spielten. Dies wrde erklren, warum in einigen Regionen schreckliche Greueltaten begangen wurden, whrend in vielen anderen Gebieten die albanische Bevlkerung wesentlich weniger zu leiden hatte, nmlich dort, wo der serbische Bevlkerungsanteil grer und sicherer war und die UCK weniger Einflu ausbte.

Mittwoch vergangener Woche erschien in der New York Times, an weniger prominenter Stelle, ein wichtiger Bericht, der diese Analyse sttzt. Der Artikel stammt von Steven Erlanger, der whrend der Bombardierungen Korrespondent der Times in Belgrad war und zu den wenigen westlichen Journalisten gehrt, die hin und wieder mit einem gewissen Grad an Objektivitt geschrieben haben.

Erlanger besuchte Pec, die zweitgrte Stadt des Kosovo im Westen der Provinz, und fhrte ein Interview mit einer albanischen Frau, die fr die OSZE-Beobachter gearbeitet hatte. Sie sagte: "Als die NATO mit den Bombardierungen begann, fingen die Polizisten und Paramilitrs an, alles zu zerstren, was albanisch war." Der Reporter beschreibt detailliert die Zerstrungen in der Stadt "durch serbische Truppen und Paramilitrs, die ihre Rachegelste austobten, als die NATO im Mrz Jugoslawien zu bombardieren begann". Diese Charakterisierung legt nahe, da das NATO-Bombardement eine entscheidende Rolle beim Auslsen der Gewaltwelle gegen die Albaner spielte.
 

Das nchste Kosovo

Die politische Motivation dieses Trommelfeuers von Horrorgeschichten in den amerikanischen Medien wird in dem Editorial der New York Times vom vergangenen Donnerstag deutlich. Unter der berschrift "Die Lehren aus dem Balkankrieg" bemerken die Herausgeber unheilverkndend: "Dies war der erste militrische Konflikt seit dem Ende des Kalten Krieges, der in erster Linie fr humanitre Zwecke gefhrt wurde. Es wird sicherlich nicht der letzte sein."

Die New York Times erklrte, die Intervention in Jugoslawien "ist ein mchtiges Zeichen fr andere Tyrannen, da die Anstiftung zu ethnischer Gewalt auch innerhalb der eigenen Landesgrenzen einen Punkt erreichen kann, den die Welt nicht mehr tolerieren wird." Dies ist die Sprache des Kolonialismus. Eine Handvoll der mchtigsten imperialistischen Lnder tritt die Souvernitt und nationalen Rechte schwcherer Lnder mit Fen und mat sich sogar an, fr "die Welt" zu sprechen. Im 19. Jahrhundert wurden die militrischen Interventionen und die Besetzung groer Teile Afrikas und Asiens durch Grobritannien, Frankreich, Belgien, Deutschland, Holland und Italien unter dem Deckmantel moralischer Phrasen wie "die Brde des weien Mannes" durchgefhrt. Beim Eintritt in das 21. Jahrhundert hat sich die Rhetorik verndert, doch der Inhalt ist im Grunde gleichgeblieben.

Die New York Times nennt nicht die Lnder, die zum nchsten Kosovo werden knnten, aber die Manipulation ethnischer Gegenstze wrde einen hnlichen Vorwand fr amerikanische Interventionen in einem breiten Grtel von Sdosteuropa ber den Kaukasus bis nach Zentralasien bieten. Dies sind alles Gebiete, die frher zur Sowjetunion oder ihrem Einflubereich gehrten.

[Smart Bombs]Der New York Times zufolge "bestand die unmittelbare Gefahr im Kosovo in einem teuflischen Angriff auf die Prinzipien der zivilisierten Gesellschaft. Die NATO bombardierte Serbien 78 Tage lang, um tdliche ethnische Suberungen zu bekmpfen, die Vertreibung von mehr als einer Million ethischer Albaner aus ihrer Heimat rckgngig zu machen und Slobodan Milosevic davon abzuhalten, den Balkan zu terrorisieren."

Weiter wird im Editorial erklrt: "Die Massengrber, geplnderten Gebude und niedergebrannten Bauernhuser des Kosovo sind nicht die unvermeidbare Folge eines militrischen Konflikts. Sie sind das Ergebnis eines bewut gefhrten Angriffs von Herrn Milosevic gegen die ethnischen Albaner."

[North Atlantic Terror Organisation]An anderer Stelle haben wir den komplexen historischen Hintergrund des Jugoslawienkrieges untersucht, der in keinerlei Beziehung zu der platten Version der New York Times steht. Wir wollten vor allem festhalten, da vor Beginn der NATO-Bombardierungen weder "tdliche ethnische Suberungen" noch eine Flucht der Kosovaren stattgefunden haben. Was Milosevic und den Balkan angeht, so hat der serbische Herrscher niemals auerhalb der Grenzen des ehemaligen Jugoslawien militrisch eingegriffen. Es waren die USA und die NATO, die im Verlauf des Krieges Bulgarien bombardierten, den Schiffsverkehr in Rumnien blockierten, Albanien, Mazedonien, Ungarn und Griechenland in militrische Aufmarschgebiete und den gesamten Balkan in eine Kriegszone verwandelten.

Der Balkankrieg von 1999 wurde mit Bedacht gefhrt. Es handelte sich um eine vorstzliche Attacke auf ein kleines Land mit elf Millionen Einwohnern durch eine Koalition der 19 reichsten und mchtigsten Lnder der Welt, angefhrt vom schlimmsten Rowdy der Welt, den Vereinigten Staaten von Amerika.

http://www.wsws.org/de/aktuell/europa/kosowar.shtml

Gegen-Informations-Bro

http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_98/33/05a.htm
11. August 1998  Jungle World

Pendler des Todes 

Erich Rathfelder, der Mann, der das Massengrab von Orahovac entdeckte

Von Horst Pankow

Beruflicher Erfolg ist heutzutage an die Fhigkeit zu weitgehender Mobilitt geknpft. In Zeiten zunehmender Virtualisierung der Zirkulation von Waren und Geld wird aber der traditionelle Mobilittsbegriff hinfllig.

Gerade in Bereichen, wo Virtualisierung der Verkehrswege persnliches Unterwegssein mehr und mehr obsolet macht - wie im Journalismus - sind daher Begriffe aus vergangenen Epochen als quasi-identitre Selbstvergewisserung recht beliebt. Dies mag den Rckgriff auf die in den sechziger und siebziger Jahren verbreitete Erscheinung des Pendlers erklren.
"Erich Rathfelder pendelt zwischen Split, Sarajevo, dem Kosovo und Berlin." (taz) Der Pendler Rathfelder ist ein Hndler des Todes. Gewhnlich wird diese Metapher auf Profiteure des internationalen Waffenhandels angewandt. Bei den von Rathfelder in Umlauf gesetzten Waffen handelt es sich jedoch nicht um Kanonen, Granaten und Schrapnelle, sondern um sogenannte Informationen. Deren Resultate sind in der globalen "Mediengesellschaft" oft nicht weniger durchschlagend und explosiv als die traditionellen Werkzeuge der Waffenhandwerker. Rathfelder ist ein routinierter Vertreter seiner Zunft. Auf dem Balkan sammelt der Pendler virtuelle Leichen, von der taz-Redaktion werden sie in die globalen Nachrichtenkanle eingespeist. Der Geschftserfolg stellt sich ein, wenn die Zentren der "internationalen Gemeinschaft", auenpolitisches Interesse, "humanitre Betroffenheit" und die Lust an der Katastrophe eine Symbiose eingehen. Dann werden Friedenstruppen bewaffnet, Bombengeschwader entladen ihre Last ber "serbischen Hochburgen", die dabei anfallenden Toten haben es dann wirklich verdient, sie gehren zur Rendite des virtuellen Hndlers des Todes.

Der auenpolitische Durchbruch Deutschlands in den neunziger Jahren gelang durch die abermalige Zerschlagung des jugoslawischen "Vielvlkerstaates". Pendler wie Rathfelder haben ihren Beitrag dazu geleistet. "Das grte Verbrechen gegen die Menschlichkeit seit Ende  des Zweiten Weltkrieges wird", so Rathfelder im Oktober 1992, "tagtglich fortgesetzt: Vertreibungen, Morde, Vergewaltigungen, andere Folterungen, standrechtliche Erschieungen ..." Tter: die Serben. Sie sind fr Rathfelder et al. bis heute die Personifizierung des Bsen schlechthin. Der US-Journalist Peter Brock hat fr diese Branche den Begriff "Meutenjournalismus" geprgt.

"Meute" ruft Assoziationen von Konformitt hervor und verleitet dazu, die Konkurrenz der Blutgierigen zu miachten. Doch das Mediengeschft ist hart, und ein eigenstndiger Charakter in der Meute einvernehmlicher Beifreudigkeit erweist sich als solide Geschftsgrundlage. Rathfelder ist denn auch nicht nur irgendein "Serbien mu sterbien" heulender Deutscher wie etwa sein Kollege Mathias Rb von der FAZ, sondern mehr: "Geht man gedanklich bei Mathias Rb los, so kommt man bei Erich Rathfelder an", stellte krzlich eine Rezensentin des Tagesspiegel anllich der zwischen Buchdeckel gepreten Serben-Hetze des Pendlers fest. In der Tat, Rathfelder gibt oft genug zu erkennen, da er es besser wissen knnte und da er mehr kann.

Zwar verherrlicht er den "bewaffneten Aufstand eines Teils der kosovo-albanischen Bevlkerung unter Fhrung der UCK" gegen das "serbische Apartheid-Regime" mit vlkischer Rhetorik als "Notwehr" - "Auf sich allein gestellt mssen sie jetzt das Leben ihres Volkes schtzen" -, obwohl er zuvor das Abschlachten von albanischen "Verrtern" und "Kollaborateuren" durch die UCK seinen Lesern nicht verheimlicht und damit selbst die Mittel zur Problematisierung von "Apartheid" und "Notwehr" geliefert hatte.

Doch will er sich auch nicht bedingungslos zum Frsprecher der Blut-und-Boden-Separatisten machen: "Was sie (die UCK; H.P.) nach der Befreiung will, wei sie jedoch nur selbst: ein unabhngiges Kosovo, Groalbanien oder eine Militrdiktatur?" Die letztgltige Entscheidung darber liegt bei der "internationalen Gemeinschaft": "Der Eingriff mu von auen kommen." Und da hat er als Deutscher gewichtige Zweifel. Wir wrden ja schon wollen, doch "nicht nur die russische, auch die franzsische Regierung blockiert ein Eingreifen der Nato". Und jetzt auch noch die Amerikaner ...

Rathfelder kann aber mehr. Darauf hat er im letzten Jahr bei zwei Gelegenheiten verschmitzt hingewiesen. Im Mrz, als die "internationale Gemeinschaft" von einem wohligen Grausen ob des "Chaos" und der "Anarchie" in Albanien erfllt war und eilends eine Interventionstruppe mobilisierte, war es Rathfelder, der taz-Leser darauf hinwies, da der albanische Aufstand an "Traditionen des klassischen Anarchismus" anknpfte und vom Ziel "beseelt" war, "endlich zu einer echten Demokratie zu gelangen".

Er schlug sogar eine Interpretation der Ereignisse "in der Tradition der Volkserhebungen von 1989" vor (taz, 14. und 15. Mrz 1997). Im Dezember 1997 thematisierte Rathfelder als einziger deutscher Journalist die Repression gegen die serbische Bevlkerung in Sarajevo whrend der sog. "Belagerung". Rathfelder und niemand anderes brachte die Erschieungen und die Zwangsrekrutierungen serbischer Zivilisten zur Sprache. Erstmals war hierzulande zu lesen, wie Serben von den muslimischen Herren der Stadt als "lebende Schutzschilde" eingesetzt wurden (taz, 3. Dezember 1997).

Ein solches Mehr-Knnen macht den wahrhaft routinierten - und erfolgreichen - Hndler des Todes aus. Die Geschftsmoral des Waffenhndlers - egal, war mein Produkt zu welchem Zweck verwendet, Hauptsache, er zahlt korrekt - gilt auch fr den news-dealer. Gelernt hat Rathfelder dies selbstverstndlich bei den Linken. Des heutigen Pendlers erste publizistische Spur findet sich in einer 1976 mit zwei MitautorInnen verfaten Schrift ber die spanische Arbeiterbewegung am Ende der Franco-ra. Darin werden vllig willkrlich die reformistischen, seinerzeit weitgehend unter poststalinistischem Einflu stehenden Comisiones Oberas zu Hoffnungstrgern einer rtesozialistischen Entwicklung definiert. Mit der gleichen Methode - dem vorgeblich "analytischen" Hin- und Herschieben von Faktenmaterial und historischen Kenntnissen - htte das gleiche Ergebnis auch bezglich jeder anderen Organisation erzielt werden knnen.

Was Hnschen gelernt, verlernt Hans nimmermehr. Mit der gleichen rabulistischen Methode wie in seiner linken Jugend - wenngleich mit weniger argumentativem Aufwand - biegt Rathfelder heute die ansonsten zur letztinstanzlichen Berufung verklrte "Wirklichkeit" zurecht. In seinem jngst erschienenen Buch "Sarajevo und danach. Sechs Jahre Reporter im ehemaligen Jugoslawien" prsentiert er beispielsweise die islamisch-fundamentalistischen und antisemitischen Schriften des bosnischen Prsidenten Izetbegovic als "differenzierte Auseinandersetzung mit dem Verhltnis des Islams zur Moderne". Mit der von deutschen Linken in den siebziger Jahren kultivierten, gleichsam intuitiv sich vollziehenden deutschen Ressentimentbildung - wer als Feind identifiziert ist, dem ist alles zuzutrauen und anzuhngen - strzt sich Rathfelder heute auf die Serben. Als Pendler des Todes erfreut er sich dabei des volksgemeinschaftlichen Wohlwollens.

Der Vollzug des Urteils "Serbien mu sterbien" ist vom Krfteverhltnis innerhalb der "internationalen Gemeinschaft" abhngig. Darin dominiert derzeit die amerikanische Position, von Rathfelder oft als Zuarbeit fr den serbischen Feind denunziert. In der taz hat man in den letzten Wochen bereits zweimal den Rathfelderschen Aufrufen zu antiserbischem Mord und Totschlag differenzierende Texte gegenbergestellt. Diese neue Vorgehensweise spiegelt auf kindlich anmutende Weise den in Wahlkampfzeiten ffentlich ausgetragenen Konflikt Rhe (Draufhauen) versus Kinkel (aber nur im Konsens mit unseren Partnern) wider.

In diesem Zusammenhang ist sicher auch das Abwinken eines groen Teils der deutschen Medien angesichts Rathfelders Orahovac-Coup zu bewerten. Ob dies negative Konsequenzen fr den Pendler haben wird, ist fraglich.

Wie auch immer die Nachfrage sich gestalten mag, Erich Rathfelder ist vorbereitet


http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_98/33/05a.htm

Journalismus im Krieg
Frei gewordenes Menschentum

http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_98/33/04a.htm

Medien als Brandstifter
Im Balkan-Krieg trgt die Desinformation zur Gewalteskalation bei.

http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_98/33/04b.htm

Die Karriere einer Nachricht
Die Nase des Reporters

http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_98/33/05b.htm

 

 


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